Mit dabei: Die lustige Tradition des Fahrzeug -"Erschießens"

Kritik zum Saar-"Tatort": Was wichtig ist

Spannender Krimi und Panoptikum der Beziehungen zwischen Vätern und Söhnen: Bettina Fraschke über den Saar-Krimi "Tatort: Väter und Söhne".

Was will man den Kindern weitergeben? Als Kommissar Jens Stellbrink (wunderbar: Devid Striesow) sich darüber mit Starkoch Jean Carlinó (Jophi Ries) austauschte, fiel im gelungenen „Tatort: Söhne und Väter“ aus Saarbrücken nicht nur der großartige Satz über die Essenz des Jung-Seins: „Viel Potenzial, wenig Durchblick.“ Carlinó stellte sich als derjenige (Zieh-)Vater heraus, der sich am allermeisten um die umfassende, charakterstärkende Erziehung seines Schützlings kümmerte.

Der anregende Austausch zwischen den beiden Männern – und Stellbrinks zunehmend zwiespältiges Verhältnis zu dem sympathischen Widerpart – war ein Höhepunkt der Folge. Carlinó ratterte dann eine spannende Liste herunter, die zum Nachdenken anregte, was für einen selbst die Top-Liga der künstlerischen und sportlichen Leistungen ist: J. S. Bachs H-Moll-Messe, Picassos Gemälde „La Guernica“, aus der Mathematik die Eulersche Zahl, der Film „Happy Road“ und das Schach-Duell Bobby Fischer gegen Boris Spasski.

Der vielschichtig erzählte Film von Zoltan Spirandelli (auch Buch mit Michael Vershinin) funktionierte nicht nur als spannender Krimi, sondern auch als Panoptikum der Beziehungen zwischen Vätern und Söhnen. Auf die nervigen Marotten von Stellbrinks Anfangszeit verzichtet man in Saarbrücken glücklicherweise nun vollständig.

Dass die lose „Tatort“-Tradition des Fahrzeug-„Erschießens“ hier mal wieder vorkam, gehörte zu den witzigen Details am Rande.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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