Kritik des schwäbischen "Tatorts": Stuttgarter Allerlei

Manchmal kommt es einem vor, als ob „Tatort“-Autoren einen geheimen Wettbewerb miteinander führten, wer die meisten Themen im Krimi unterbringen kann. Stefan Cantz und Jan Hinter liegen seit gestern gut im Rennen.

Im Fall „Grabenkämpfe“ (Regie: Zoltan Spirandelli) kamen vor: Stuttgart 21, die Gier auf innerstädtische Grundstücke, der Konflikt Sozio- versus Hochkultur, politische Intrigen, verratene Ideale. Die verschwiegene Vaterschaft eines reichen, im Ton rüden Bauunternehmers.

Ein auf dessen begehrte Kunstsammlung spekulierender, Yoga lehrender Kunsthistoriker. Seine Affäre mit dem Alternativkultur-Betreiber. Die Eifersucht von dessen Ehefrau. Und natürlich war ein Verdächtiger, als Jurist eher „Lakai“ des Unternehmers, auch noch Schulfreund von Kommissar Bootz (Felix Klare). Eine ganze Menge also, klischeebeladen obendrein. Doch sieht man Bootz und Lannert (Richy Müller) trotzdem gern - auch weil sie ein sympathisches, für den „Tatort“ verblüffend normales Privatleben führen.

Der SWF gönnte dem Stuttgarter „Tatort“ auch endlich Lokalkolorit, weil Rüdiger Vogler als Gaststar schön schwäbelte, und schickte einen lustigen Gruß nach Münster an Gerichtsmediziner Börne („dieser anstrengende Mensch“).

Von Mark-Christian von Busse

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