Gar nicht happy

"Tatort"-Kritik: Zu viele menschliche Dramen in direkter Nachbarschaft

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Dietmar Bär als Ermittler Freddy Schenk.

"Da lebt man Haustür an Haustür und weiß nichts voneinander.“ Als dieser Satz im Kölner „Tatort: Nachbarn“ fiel, war klar, dass das manchmal besser so ist. Eine TV-Kritik.

Bei ihren Ermittlungen in der Einfamilienhaus-Siedlung deckten die Kommissare Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Schenk (Dietmar Bär) hinter jeder Haustür, die ihnen – nur ungern – geöffnet wurde, ein düsteres Geheimnis auf.

Gerade die räumliche Nähe – der neugierige Blick aus dem Küchenfenster zur Einfahrt des Nachbarn, das lüsterne Winken vom gepflegten Garten aus hoch zum Balkon der jungen Nachbarin und die Luftaufnahmen der dicht an dicht stehenden Häuser – suggerierte, dass kaum etwas verborgen bleiben kann (Regie: Torsten C. Fischer). Doch: Die Nachbarn hatten längst die Kontrolle verloren, wo man sie eigentlich hat – zu Hause. Dazu passte der ironisch eingeflochtene Gute-Laune-Song „Happy“ von Pharrell Williams, denn glücklich war tatsächlich niemand.

Es waren zwar ein paar menschliche Dramen zu viel in direkter Nachbarschaft, doch bot der solide gestrickte Fall um einen ermordeten, unbeliebten Nachbarn Spannung. Experimente wie in den vergangenen „Tatort“-Folgen gab es nicht, was dem Fernsehabend guttat, die „Nachbarn“ aber auch schnell wieder in Vergessenheit geraten ließ.

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