Lässt einen nicht kalt: Kritik zum Stuttgarter Tatort "Preis des Lebens"

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 Frank Mendt (Robert Hunger-Bühler, rechts) hat die Tochter von KHK Sebastian Bootz (Felix Klare) entführt. Für ihre Freilassung soll der Polizist den unter Schutzhaft stehenden Peiniger von Mendts ermordeter Tochter ausliefern.

Eine Kritik zum Stuttgarter Tatort von Bettina Fraschke aus der HNA-Kulturredaktion.

Solche Fall-Konstruktionen sind eigentlich immer gut: Wo die Zuschauer von Anfang an wissen, wer die Täter sind. Beim Betrachten des Krimis folgt man dann den Ermittlungen der Kommissare im gleichen Maße wie man die Handlungen und Beweggründe der Mörder miterlebt – und oft sogar einigermaßen verstehen kann.

So auch im gestrigen Stuttgarter „Tatort: Preis des Lebens“ mit den Kommissaren Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare). Autor Holger Karsten Schmidt und Regisseur Roland Suso Richter schleuderten das Publikum mit voller Wucht in eine heftige Geschichte von Selbstjustiz, Seelenqual und moralischem Dilemma.

Schwer vorstellbar, dass das Leid des Ehepaars Mendt (Robert Hunger-Bühler und Michaela Caspar), deren Tochter grausam vergewaltigt und getötet wurde, jemanden kalt lassen konnte. Man konnte selbstverständlich verstehen, dass die beiden vom Gedanken an Rache besessen waren, dass ihr Leben ihnen so wertlos geworden waren, dass sie zu den drastischsten Maßnahmen griffen und auch das Leben des Kommissars Bootz zerstören wollten.

Über viele Szenen mit Gänsehaut und angehaltenem Atem verfolgte man den Thriller mit dem großartig geschriebenen Drehbuch, das einen in der moralischen Frage nach der Selbstjustiz ganz fest ans Herz packte. Lange nicht mehr einen so spannenden Krimi gesehen.

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