Letzter Fall mit Boris Aljinovic

Kritik zum "Tatort" aus Berlin: Herrlich altmodisch

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In seinem letzten Berliner "Tatort" musste Boris Aljinovic ohne seinen Kollegen Dominic Raacke ermitteln. "Vielleicht" war herrlich altmodisch, wie ein "Tatort" von vorgestern und ein Ereignis, findet unser Kritiker Matthias Lohr.

Der letzte Berliner „Tatort“ mit Boris Aljinovic ist der Beweis, dass sein Kollege Dominic Raacke Unrecht hat. Nach seinem vorzeitigen Ausstieg gestand der Schauspieler, dass er nie „Tatort“ schaue und US-Serien viel spannender seien. Von den 36 Folgen mit ihm und Aljinovic seien fünf ordentlich gewesen, die meisten Filme hielt er für Durchschnitt oder „Gurken“.

Die letzte Folge „Vielleicht“, die Aljinovic als Felix Stark nun allein bestreiten musste, bevor auch er von Marc Waschke und Meret Becker abgelöst wird, war jedoch ein kleines Wunder und der beste Berliner „Tatort“ seit „Hitchcock und Frau Wernicke“ (2010). Regisseur und Autor Klaus Krämer zeigte, dass man für einen herausragenden Krimi weder Tarantino-Geballer noch Shakespeare-Zitate braucht. In langsamen Bildern erzählte er ganz altmodisch von Mordfällen, die eine Studentin vorhergesehen hatte. Das war ganz schön „spooky“, wie Starks Kollegin sagte, aber auch wahnsinnig spannend.

Die Norwegerin Olsen Lise Risom gab einen tollen Einstand im deutschen TV. Die Augen von Aljinovic, den wir vermissen werden, sahen so traurig aus, als hätten sie schon zu viel Böses gesehen. Und das Ende war vielleicht das beste Finale überhaupt. Falls Raacke zugeschaut hat, wird er sagen: „Sehr ordentlich."

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