TV-Kritik zum "Tatort" aus Dortmund: Aufwühlend intensiv

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Nachdenklich: Die Kommissare Martina Bönisch (Anna Schudt) und Peter Faber (Jörg Hartmann).

"Das wird man doch noch sagen dürfen“: Das Thema beim Dortmunder "Tatort: Hydra" war politisch aktuell. Auch sonst war die Folge gelungen, findet HNA-Redakteurin Bettina Fraschke.

"Keine Wut, Verzweiflung.“ Das sagte der Mörder resigniert bei seiner Verhaftung. Es waren die letzten Worte des Films. Und das war zugleich auch der Seelenzustand der Protagonisten im Dortmunder „Tatort: Hydra“ von Jürgen Werner (Buch) und Nicole Weegmann (Regie). Es gelang hier toll, die Stimmung unter den Figuren, vor allem natürlich unter den vier Kommissaren um Hauptkommissar Faber (Jörg Hartmann) zu spiegeln. Vor allem in der ersten Hälfte, wo eine unterschwellige Aggressivität, große Anspannung schwelten und sich im Betrachten der dichten, aufwühlenden Geschichte auf die Zuschauer übertrug.

Hochaktuell war die Themensetzung mit den Naziumtrieben, mit den Diskussionen um politische Korrektheit und all jenen fragwürdigen Parolen, die unter der Flagge segeln „Das wird man doch noch sagen dürfen“. Der „Tatort“ entwarf ein differenziertes Bild aus Grauschattierungen und vermied in der Darstellung der heutigen Naziszene eine simple Schwarz-Weiß-Zeichnung. Packend. Intensiv.

Lediglich kleine Schwächen waren bisweilen hölzerne Texte im Didaktik-Modus, dazu die teils übertriebene Inszenierung von Faber als notorisches Arschloch und die etwas schematische Fallauflösung.

Von Bettina Fraschke

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