Kritik zum "Tatort" aus Frankfurt: Polizisten im Zwielicht

Kritik zum Tatort aus Frankfurt: Polizisten im Zwielicht

Das neue Frankfurter "Tatort"-Team muss sich erst finden. Im aktuellen Fall ging es darum, Vertrauen aufzubauen. Schon jetzt zeigt sich aber: Der HR macht beim "Tatort" wieder alles richtig, wie Mark-Christian von Busse findet.

Mit nur einem einzigen Toten kommt offenbar kein „Tatort“ mehr aus. Nach dem extrem brutalen Luzerner Krimi vorige Woche gab es auch am Sonntag in Frankfurt gleich reihenweise Leichen. Ein Trend, der hoffentlich irgendwann ans Ende kommt. Sonst ist demnächst das Massaker der Maßstab.

Mit dem zweiten Fall des neuen, vielversprechenden HR-„Tatort“-Teams Margarita Broich und Wolfram Koch, „Hinter dem Spiegel“, setzten Erol Yesilkaya (Buch) und Regisseur Sebastian Marka andererseits sehr eigenständige Akzente. Das begann beim Vorspann, bei dem Frankfurter Panorama-Ansichten, eben wie im Spiegel, den Bildschirm teilten – es sah ein bisschen aus wie ein Rorschachtest.

Broich und Koch, die das ungleiche Ermittlerpaar Anna Janneke und Paul Brix verkörpern, sind noch in der Findungsphase. So ging es vor allem darum, Vertrauen ineinander aufzubauen – und mit der Vergangenheit abzuschließen: Brix’ stand in der Schuld eines Kollegen, der dunklen Russen-Mafia-Geschäften zum Opfer fiel. Wie Dominique Horwitz als Polizist im Zwielicht mit seinem Kurzauftritt den ganzen Krimi prägte, das war spektakulär – vor allem, weil sein Double vom Schrottplatz immerzu durch die Handlung geisterte und Verwirrung stiftete.

Komik war überhaupt ein Merkmal dieses trotzdem spannenden „Tatort“. Rocker aus dem Milieu beim Mikado, ein Vorgesetzter, der selbstvergessen sein Konterfei googelt (Roeland Wiesnekker) – in vielen Momenten war dieser Film sehr feinsinnig und präzise. Der Hessische Rundfunk hat, was den „Tatort“ betrifft, wirklich einen Lauf.

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