Tatort-Kritik: "Eine wüste Geschichte"

Es gab einiges auszusetzen am Münchner Tatort. Die Folge "Der Wüstensohn" über Waffengeschäfte zwischen Bayern und der arabischen Welt steckte voller Klischees. Trotzdem hat unser Kritiker nicht ausgeschaltet:

Ich habe noch nie einen Münchner Tatort doof gefunden. Selbst wenn man 90 Minuten zuschauen würde, wie Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) am Schreibtisch säßen, wäre das ein Ereignis. Aber den „Wüstensohn“ hätte ich beinahe ausgeschaltet.

Wegen der Geschichte der Autoren Alexander Buresch und Matthias Pacht, die voller Klischees über die arabische Welt sowie U-Bahn- und Waffengeschäfte mit bayerischen Amigos war. Wegen der Regie von Rainer Kaufmann, der tolle Filme wie „Marias letzte Reise“ gedreht hat, sich aber hier nicht zwischen Thriller und Groteske entscheiden konnte.

Wegen Yasin el Harrouk, der Nasir al Yasaf, den wohlstandsverwahrlosten Macho-Sohn des Emirs von Kumar, wie ein Möchtegern-Moritz-Bleibtreu spielte. Wegen der arabischen Jammermusik. Und wegen Wilson Gonzalez Ochsenknecht. Ich habe dann doch nicht ausgemacht, weil in einem Münchner „Tatort“ niemals alles schlecht sein kann. Einmal fragte Leitmayr seinen Kollegen, wieso der Emir eine U-Bahn in der Wüste haben will.

Batic antwortete: „Weil es oben so staubt.“ Wie immer legte sich das Duo mit den Mächtigen an, was sogar dem Wüstensohn gefiel. „Sie greifen an wie ein Falke“, sagte er zu Batic und bot ihm eine gut dotierte Stelle bei seinem Vater an. Batic lehnte ab. Der nächste Fall wird wieder besser.

Von Matthias Lohr

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