Kritik zum Tatort aus München: Laufsteg der Eitelkeiten

Es war einer der schönsten Morde, die der „Tatort“ seit Langem zu bieten hatte: Wie ein Stillleben lag Konstanze Schiller (Tatjana Alexander) kunstvoll drapiert im Bad ihres Schönheitstempels - garniert mit Schokolade.

Durch Rückblenden lernte der Zuschauer das Opfer näher kennen - und empfand immer weniger Mitleid mit ihm. Erstens, weil Konstanze tot in der Tat „unsterblich schön“ aussah, wie der Titel bereits vermuten ließ. Und zweitens, weil niemand einer so selbstgerechten Person ernsthaft auch nur eine Träne nachweinen würde.

Darum ging es auch gar nicht. Im Mittelpunkt dieser Mischung aus Krimi und Gesellschaftssatire von Regisseur Filippos Tsitos stand das Goldene Kalb, um das hier mit Ausnahme der Kommissare Batic und Leitmayr (Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl) alle Beteiligten herumtanzten. Da war Konstanzes Mutter (eiskalt: Gudrun Landgrebe), die ihr Leben und das ihrer Töchter einem rigiden Diätkult geopfert hat. Als Mörder entpuppte sich schließlich Andreas Lutz (Robert Atzorn), der gehörnte Ehemann des Opfers. Als welker Werbeträger für Gebissreiniger machte er sich zum Affen.

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