So viele Leichen wie noch nie

Kritik zum Til-Schweiger-Tatort: "Spannend, aber flach"

So viele Leichen gab es noch nie in einem "Tatort". 19 Tote kennzeichnen den Til-Schweiger-Krimi "Kopfgeld" aus Hamburg. Aber war der Fall auch sehenswert? Eine Kritik von Bettina Fraschke.

Bettina Fraschke

Nein, Til Schweiger hat nicht über Nacht sein schauspielerisches Vermögen erweitert. Es blieb beim minimalistischen Mimik-Repertoire. Mehr brauchte er für den Hamburger „Tatort: Kopfgeld“ auch nicht. Christoph Darnstädt (Buch) und Christian Alvart (Regie) haben einen spannenden Thriller konzipiert, der auf fast schon ironische Weise mit dem eindimensionalen Image spielte, das alle Filmrollen Schweigers umgibt.

Als Fortsetzung der Hamburger Auftaktfolge baute der aktuelle Fall nämlich erst das Heldenbild des Hauptkommissars Nick Tschiller weiter auf (Sprung aus dem explodierenden Auto! Mit der Exfrau!), um es dann zu zerstören. Je mehr Tschiller im stumpfen Auge-um-Auge die Leichenberge wachsen ließ, desto fragwürdiger wurde seine Figur. Das Heldenbild kippte. Das war dramaturgisch gut gemacht.

An psychologischer Tiefe, an komplexen Motiven mangelte es allerdings massiv. Das ginge durchaus mit dem unbedingten Willen zur Action zusammen. Fürs Nachdenken stand nur Kommissar Yalcin Gümer (Fahri Yardim). fra@hna.de

Rubriklistenbild: © dpa

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