Premiere von Ulmen und Tschirner

Kritik zum Weimarer Tatort: Urknall im Nischel

Mark-Christian von Buse

Ein paar hübsche Überraschungen und herrlich trockenen Witz brachten die Autoren (Andreas Pflüger, Murmel Clausen) und Regisseurin Franziska Meletzky in ihrer Weimarer „Tatort“-Premiere „Die fette Hoppe“ unter. Meint HNA-Redakteur Mark-Christian von Busse in seiner Tatort-Kritik.

Angefangen damit, dass es 55 Minuten dauerte, bis eine Leiche auftauchte und dass die Ermittler Lessing (Christian Ulmen) und Kira Dorn (Nora Tschirner) sich plötzlich als Paar entpuppten.

Ging einem Lessings Lässigkeit als Thüringer Debütant irgendwann auf den Senkel, schaute Kollegin Dorn sogar erbost bezaubernd - ein Team, das man gern ein nächstes Mal sehen möchte. Weimar wurde etwas zu deutlich als Dorf gezeichnet, in dem jeder jeden kennt - und wo die Klassiker allgegenwärtig sind. „Weimar schillert“, das Festmotto aus dem Film galt auch für die „Tatort“-Persiflage.

Der Krimi-Stoff – es ging um die Gewürzmischung für die beste Thüringer Thüringens, Kutscherlizenzen, einen Wasserschaden, Korruption in der Gewerbeaufsicht, eine dominante Mutter – war erfrischend krude. Abseits von allen Gags (wie die „Tatort“-Melodie als Untermalung) war der Plot geschickt gestrickt. „In deinem Nischel ist immer Urknall“, so die Tochter zum Kutscher, tatsächlich nicht die hellste Kerze im Christbaum (sehenswert: Dominique Horwitz). Solche kessen Dialoge machten Spaß.

E-Mail an den Autor: vbs@hna.de

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