Duo Eisner/Fellner

Kritik zum Wiener „Tatort“: Als Posse ein Vergnügen

Ermittler-Duo Moritz Eisner (Harald Krassnitze) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser),

Österreicher sagen Kastl zum Computer, „ein Akt“, wenn sie eine Akte meinen, und mit Übereifer Hofrat, Magister, Doktor. Mit einem munteren „Ich bin dann dahin“ geht’s in den Feierabend: herrlich.

Auch, wie Harald Krassnitzer als grantiger Moritz Eisner (Rang: Oberstleutnant), immer kurz vorm Explodieren, und Adele Neuhauser als ulkige Bibi Fellner (Dienstgrad: Major) harmonierten, war köstlich.

Kabarettist Alfred Dorfer, hier zu Lande zu selten zu sehen, hatte mit dem glitschig-fiesen Fred Michalski, seines Zeichens Magister beim Verfassungsschutz, einen schönen Auftritt. Nur leider war die Story, die der „Tatort: Zwischen den Fronten“ von Verena Kurth (Buch) und Harald Sicheritz (Regie) aus der Uno-Stadt Wien erzählte, ausgemachter Blödsinn.

Cyber-Kriminaliät, Islamophobie, Flüchtlings- und Soldatenschicksale, Behörden-Konkurrenz, wieder auflebender Austrofaschismus bis zur gigantischen Verschwörung im Staatsapparat, nebenbei aber auch noch stinknormale Eifersucht - dieser überfrachtete Krimi funktionierte einzig als Posse. Beabsichtigt war das sicher nicht.

Schlimmste Karikatur: die strenge Verfassungsschützerin, Major Wiesner (Stefanie Dvorak). Was nicht hätte sein müssen: anfangs auf die verkohlte Leiche draufzuhalten, beim letzten Opfer den Genickbruch zu zeigen.

Von Mark-Christian von Busse (vbs@hna.de)

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