Lakritz und Karotten

Kritik zum Münsteraner "Tatort" "Lakritz" - die Handlung war solide konstruiert

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Der junge Karl-Friedrich: Vincent Hahnen spielte den 14-Jährigen.

Der "Tatort" aus Münster zählt zu den beliebtesten aus der Reihe. Das sagt unser Kritiker zur Folge "Lakritz".

Im Münster-„Tatort“ kann es passieren, dass eine Verdächtige festgenommen und in der Untersuchungshaft einfach vergessen wird – wie am Sonntag im Fall „Lakritz“. 

Fans der Krimikomödien mit Axel Prahl als immer etwas brummeligem Kommissar Frank Thiel und Jan Josef Liefers als arrogantem Rechtsmediziner dürfte das nicht irritieren, kommt es doch meist weniger auf Glaubwürdigkeit als auf das amüsante, spritzige Pingpong ihrer Dialoge an.

Insofern gab es im 35. Fall der Münsteraner Quotengaranten, den sich Autor Thorsten Wettcke ausgedacht hatte, Neues: Nicht nur war die Handlung solide konstruiert – der vergiftete „Marktmeister“ des Münsteraner Wochenmarkts hatte ein Netz von Erpressungen und Bestechungen gesponnen –, Boerne und Thiel raspelten auch ungewohntes Süßholz. 

Blick in die Vergangenheit

Vor allem aber gab es etwas holzschnitthafte, nostalgische Blicke von eher bittersüßer Note in die Teenagerjahre des frühen Besserwissers Boerne – der junge Karl-Friedrich ließ sich im Lakritzladen die Süßigkeit in der Fibonacci-Folge überreichen, bei der sich eine Zahl jeweils durch Addition der beiden vorherigen Zahlen ergibt.

Dazu der mit Karotten und Grünkohl-Ingwer-Sellerie-Kichererbsen-Smoothies auf seine Gesundheit achtende Thiel sowie sein Taxifahrer-Vater, der ein ganzes Altersheim mit Cannabis versorgt: Genügend Ingredienzien für ein geglücktes „Tatort“-Debüt vonRegisseurin Randa Chahoud.

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