Münchner Folge "Nachtdienst"

Kritik zum "Polizeiruf 110": Leiche in der Gurke

Nachtdienst mit Matthias Brandt als Hanns von Meuffels.

Anspruch und Stärke der Krimireihe „Polizeiruf 110“ ist, dass die Fälle oft präziser soziale Wirklichkeit spiegeln als der manchmal effekthascherische „Tatort“. Mark-Christian von Busse über den „Polizeiruf 110“. 

Die Münchner Folge „Nachtdienst“ etwa führte in die durch und durch düster gezeichnete Welt eines Alten- und Pflegeheims, „Endstation“ für vereinsamte Senioren, belastender Alltag für allein gelassene Pflegekräfte.

Kommissar Hanns von Meuffels (Matthias Brandt) verbrachte auf langen Gängen und nach Obst und Gemüse bezeichneten, lieblos eingerichteten Zimmern („Die Leiche liegt in der Gurke“) eine lange Nacht, um allerhand Geheimnissen von Bediensteten und Bewohnern auf die Spur zu kommen. Der Krimi der Autorinnen Ariela Bogenberger und Astrid Ströher und von Regisseur Rainer Kaufmann war ein starker Soloauftritt für den fantastischen Schauspieler, der von umwerfendem Charme bis zu beharrlicher, ja aggressiver Konsequenz viele Facetten seines Könnens zeigen konnte.

Dass nach diesem zurückhaltenden Film am Ende noch ein Amoklauf mit 23 Toten stehen sollte, mit dem Ziel, die Öffentlichkeit aufzurütteln, kam völlig überraschend. Es war eine Spur zu viel. Traurigkeit und Verzweiflung im Heim waren auch ohne dieses krasse Finale wirkungsvoll in Szene gesetzt worden.

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