Sonntagabendkrimi mit sarkastischem Ton

Kritik zum Tatort "Borowski und das dunkle Netz“ aus Kiel: Mut zum Experiment

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Blicken in Abgründe: Klaus Borowski (Axel Milberg) und Sarah Brandt (Sibel Kekilli).

Der Kieler Tatort "Borowski und das dunkle Netz“ hat die Zuschauer in die Abgründe des Darknets entführt. Ein außergewöhnlicher Sonntagabendkrimi, findet HNA-Redakteur Mark-Christian von Busse.

Ich bin die Null, wenn Sie was brauchen.“ Lakonisch stellte sich die Rezeptionistin dem verletzten und gehetzten Auftragskiller (Maximilian Brauer) vor, als er in einem abgerissenen Hotel Zuflucht suchte. Wenig später landete die korpulente, sexhungrige Empfangsdame auf kuriose Weise in seinem Bett, kostete eine vergiftete Praline und starb. Vermutlich. Denn ihr Schicksal verlor der „Tatort: Borowski und das dunkle Netz“ völlig aus dem Blick.

Einen außergewöhnlichen Sonntagabendkrimi schuf Autor (mit Thomas Wendrich) und Regisseur David Wnendt („Er ist wieder da“) für den NDR, mit präzisen, knappen Dialogen, einem sarkastischen Ton und visuellen Wagnissen bis zu Werbefilm und Comic.

In die anfänglichen Gewaltexzesse wurde man unmittelbar hineingezogen. Als jedoch die Kommissare Klaus Borowski (Axel Milberg) und Sarah Brandt (Sibel Kekilli) der Tochter des getöteten LKA-Dezernatsleiters für Cybercrime die Todesnachricht überbrachten, blieb die Kamera auf Distanz. Wo es ums Darknet ging, um Verschlüsselung, Bitcoins und Trojaner, waren für die Lösung hilfreich eine Kinderzeichnung und ein Post-it. Das Motiv: Geldgier – die Watergate-Devise „Follow the money“ wurde einmal eingeblendet. Anspielungen, Tempo und Intensität prägten diesen starken Kieler Fall.

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