Ermittler Stefan Konarske hatte einen zu Tränen rührenden Abgang

"Tatort"-Kritik: Nicht nur in Dortmund geht der Terror weiter

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Ermittelten zum letzten Mal zu viert: Peter Faber (Jörg Hartmann, von links), Martina Bönisch (Anna Schudt), Nora Dalay (Aylin Tezel) und Daniel Kossik (Stefan Konarske).

Normalerweise wütet im Dortmunder "Tatort" Kommissar Faber. Diesmal herrschte im Team Harmonie wie noch nie. Dafür schlug der Terror zu. "Sturm" ist schon jetzt einer der besten Krimis des Jahres.

Am Ende, als der Terror wieder einmal zugeschlagen hatte, sah es im Dortmunder „Tatort“ ein kleines bisschen so aus wie in New York nach dem 11. September. Es herrschte Stille, man sah von Staub überdeckte Menschen und in deren leere Gesichter. 

Wegen dieses Finales, das auch an den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt erinnerte, hatte die ARD „Sturm“ aus dem Neujahrsprogramm genommen. In Zeiten des fast täglichen Terrors gibt es eigentlich keinen guten Sendeplatz mehr für solch realistische Filme. 

Andererseits: Warum soll der „Tatort“ nur noch heiteres Krimiraten wie in Münster sein, wenn man auch mit gesellschaftlich brisanten Themen spannend unterhalten kann wie nun in „Sturm“? In einer faszinierenden Mischung aus Kammerspiel und Fast-Echtzeit-Thriller erzählten Regisseur Richard Huber sowie die Autoren Martin Eigler und Sönke Lars Neuwöhner von der Geldbeschaffung für den Heiligen Krieg.

Kommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) war mal wieder so etwas wie ein Polizist gewordener 11. September, aber auch dessen genaues Gegenteil. Einmal sagte er zum Selbstmordattentäter: „Die einen sprengen sich für Allah in die Luft. Die anderen sagen, es hat mit Allah nichts zu tun. Das nervt. Ihr müsst euch mal entscheiden.“ 

Sein Kollege und Dauerrivale Daniel Kossik (Stefan Konarske) hatte einen zu Tränen rührenden Abgang. So viel Harmonie wie diesmal war noch nie im Dortmunder „Tatort“-Team. Aber auch ohne Kossik, dessen Geschichte auserzählt war, wird es spannend bleiben am WDR-Standort. Nur leider muss man auch sagen: Der Terror geht weiter.

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