Das Duo Hundreds bewies im Schlachthof, dass gute Popmusik anders klingen kann

Kühl, aber keinesfalls kalt

Eingängige Melodien: Eva Milner überzeugte mit verträumter Melancholie in der Stimme. Foto: Schoelzchen

Kassel. Ralf Hütter von der Band Kraftwerk hat es schon 1970 prophezeit: „Popmusik und Computertechnologie werden ziemlich bald in symbiotischer Eintracht für völlig neue Live-Konzepte sorgen.“ So gesehen gehört das Hamburger Electro-Pop-Duo Hundreds - nach den Bands der experimentellen Ära und dem Eintritt elektronischer Musik in die kommerzielle Umlaufbahn - zu den Vertretern der dritten Phase bei der Verschmelzung von Mensch und Maschine.

Laptops kontrollieren den Sound, die Effekte und das Licht, und beim Konzert im Kulturzentrum Schlachthof standen mehr Techniker hinter den Bildschirmen als Musiker auf der Bühne. Die mit verträumter Melancholie durchtränkten Gesangslinien Eva Milners und das schnörkellos elegante Pianospiel ihres Bruders Philipp bildeten mit den fein programmierten Arrangements eine perfekte Einheit.

Dass sich bei der kühlen Präzision der Künstler kein kalter Abend entwickelte, lag an der Tanzbarkeit und Eingängigkeit der Songs. Wenn auch bei der Abmischung im Bassbereich ein paar Dezibel mehr die Gäste zu ausladender Körpersprache animiert hätten. Und auch bei Illumination und Videomaterial könnte man noch mehrere Schippen Fantasie draufpacken. Doch Bands wie Hundreds gehört die Zukunft, und sie sorgen mit ihrem Hybridcharakter für Akzeptanz und Pers-pektive bei der Entwicklung innovativer Live-Konzepte.

Von Andreas Köthe

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