Künstler ohne Worte

Illustrator Michael Sowa erhielt Satirepreis Göttinger Elch

Humorist mit feinem Strich: Der Berliner Illustrator Michael Sowa ist Preisträger des 16. Göttinger Elchs. Foto: Strunk

Göttingen. Manchmal braucht Humor keine Worte. Etwa, wenn sich ein grinsendes Schwein inmitten eines Suppentellers suhlt und die weiße Tischdecke mit dicken braunen Klecksen übersät hat. Das berühmte Suppenschwein von Illustrator Michael Sowa ist einen Elch wert, entschied die Stadt Göttingen.

So konnte der Berliner Künstler am Samstagabend den Satirepreis Göttinger Elch entgegennehmen.

Sowa gesellt sich als 16. Preisträger in die Liga der Alt-Elche, zu denen etwa Harry Rowohlt, Helge Schneider und Gerhard Polt gehören. „Michael Sowa ist ein Magier der Bilder wie auch der Wirklichkeit“, heißt es in der Begründung der Jury. Und die war nicht die einzige, die lobende Worte für den 68-jährigen Maler und Schriftsteller fand. Neben Oberbürgermeister Wolfgang Meyer gratulierten bei der Preisverleihung im Deutschen Theater in Göttingen zum Beispiel Schriftsteller und Sowas Weggefährte Axel Hacke und Schriftstellerin Eva Demski.

Großartig auch die Laudatio von Cartoonistin Franziska Becker, Elch-Preisträgerin des vergangenen Jahres: Sie ließ Bilder sprechen. Auf einer Leinwand entstanden im Zeitraffer Strich für Strich Cartoons. Etwa ein Elch in einem Suppenteller, zu dem sich springend ein Schwein gesellt. Ganz ohne Worte brachte sie den voll besetzten Saal zum Jubeln.

Wenig Worte brauchte auch Sowa an diesem Abend. Nach eineinhalb Stunden Zeremonie hatte der Künstler noch kein Wort von sich gegeben – und das Publikum trotzdem voll auf seiner Seite. Nicht zuletzt wegen der liebevollen Anekdoten, die die Redner von ihm zu erzählen wussten. Zum Glück hatte Sowa bereits für eine andere Preisverleihung drei Stunden über eine Dankesrede gegrübelt, wie er erzählte, und hatte daher die richtigen Worte parat: Preis, Danke, Ehre.

Eine Ausstellung mit einer Auswahl von Sowas Werken ist im nächsten Jahr vom 23. März bis 25. Mai im Alten Rathaus in Göttingen zu sehen.

Von Verena Schulz

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