Der Kasseler Kunstverein feiert in diesem Jahr sein 175-jähriges Bestehen

Künstler ordern zum Menü

Die Räume im Fridericianum verwandeln sich regelmäßig: Dafür sorgt der Kasseler Kunstverein - wie hier 2009 mit einer Arbeit der Berliner Künstlerin Susanne Bayer. Archivfoto:  Koch

Kassel. Kunst bestellen à la carte - das ermöglicht der Kasseler Kunstverein an mehreren Galaabenden. Die festlichen Essen Anfang Juli werden die Höhepunkte der Feiern zu seinem 175-jährigen Bestehen in diesem Jahr sein.

Titel der drei Termine vom 1. bis zum 3. Juli ist „On Demand“. Auf Aufforderung werden Künstler ihre Performances darbieten - entweder direkt an den Sechser- oder Achtertischen, auf einer kleinen Bühne - für alle sichtbar - oder in einer teureren Privatvorführung. Während das Menü feststeht, ist die Kunst wie auf einer Speisekarte zu wählen.

Das Fest als künstlerische Aktion, das Schauen und Kaufen, die Verbreitung von Kunst - all das ist für Bernhard Balkenhol, den Vorsitzenden, nahe am Begriff und an der Ursprungsidee des bürgerlichen Kunstvereins, der 1835 in Kassel als fortschrittliche Aktiengesellschaft gegründet wurde, um der fürstlichen Macht- und Prachtentfaltung etwas entgegenzusetzen. Innerhalb von drei Wochen hatten damals 600 Menschen Beteiligungen gekauft. An die eigenen Traditionen will der Kunstverein 2010 erinnern, indem alle Ausstellungen eine Kassel-Perspektive haben. „Das soll das Spektrum dessen aufleuchten lassen, was den Kunstverein in seiner Breite ausmacht“, sagt Balkenhol.

Zunächst stellen all jene jungen Künstler aus, die in den vergangenen Jahren für einen reibungslosen Ausstellungsbetrieb sorgten: durch Mithilfe beim Auf- und Abbau, Aufsichten oder Führungen. Die Ortsbestimmung unter den geografischen Koordinaten des Fridericianums (der Titel lautet „51° 18’ 49’’ N 9 ° 29’ 51’’ E“) wird am kommenden Samstag, 23. Januar, 19 Uhr, eröffnet.

„Back to Kassel“ (1. Mai bis 27. Juni) wird anschließend bis tief in die 50er-Jahre reichen und vier ältere Künstler mit Kassel-Bezug in den Mittelpunkt stellen: Jupp Ernst, Günther Kupetz, Peter Raacke und den Modefotografen F.C. Gundlach, der aus Alheim-Heinebach stammt und in Kassel eine Lehre absolvierte.

Auch in der zweiten Jahreshälfte soll eine ungewöhnliche Idee verwirklicht werden. Das Stichwort lautet „Hausbesuche“: Der Vorstand holt von jedem Mitglied ein Kunstwerk zu Hause ab. Die Ausstellung soll ab 4. September repräsentieren, was die 470 Kasseler Mitglieder als Kunst verstehen und lieben. www.kasselerkunstverein.de

Von Mark-Christian von Busse

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