Kulturzelt an der Fulda

Das an einem der idyllischsten Orte der Stadt gelegene Kulturzelt ist untrennbar mit dem Sommer in Kassel verbunden. Sommerzeit ist Kulturzelt-Zeit.

In den letzten Jahren lockte die Veranstaltung zunehmend ein gewisses Boheme-Publikum an, das den gestandenen Kulturzelt-Fans ein Dorn im Auge war. Das hat sich aber im vergangenen Jahr schon wieder leicht geändert und wird sich mit dem aktuellen Programm weiterhin in die gewünschte Richtung bewegen.

Gabby Young für die geladenen Premieren-Gäste ist eine ebenso mutige Wahl wie die Engagements von Stephanie Nilles oder Ravi Coltrane, weil diese Künstler auf ganz neuen Pfaden experimentieren. Mit großartigen Singer-/Songwritern wie William Fitzsimmons, Alexi Murdoch oder Joan As Policewoman dürfte die Basis mehr als versöhnt sein und mit Acts wie Polarkreis 18, Katzenjammer und Anna Depenbusch hat man auch wieder an die nächste Generation von Kulturzelt-Gängern gedacht.

Dieser Weg wird kein leichter sein, doch das Kulturzelt bietet wieder so viel mehr.

Fr., 08.07., 19.30 Uhr: Gabby Young & Other Animals (GB)

Gabby Young

Der Eröffnungsabend wird von einer exzentrischen, rothaarigen Sängerin mit Opernausbildung bestritten. Ihre Band, Other Animals, kombiniert Zigeuner-Swing, Folk, Rock und Jazz und setzt dazu ein breitgefächertes Instrumentarium ein, wobei Piano, Trompete, Trombone und Klarinette im Vordergrund stehen.

Eintritt: 18/20 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

Gleich mehrere Instrumente bei den Other Animals spielt Stephen Ellis, ansonsten Frontmann der britischen Rockband Revere. Ellis ist der Lebensgefährte von Gabby Young. Ihren bis dato größten Erfolg feierten Gabby Young & Other Animals 2010 mit einem Auftritt beim Glastonbury Festival.

Album: We`re all in this together

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SA., 09.07, 19.30 Uhr: William Fitzsimmons (USA)

William Fitzsimmons

Die Verpflichtung von William Fitzsimmons für einen Auftritt im Kulturzelt darf getrost als kleine Sensation bezeichnet werden. Der in Pittsburgh (Pennsylvania) geborene und in Illinois lebende Singer/Songwriter gehört heute weltweit neben Sufjan Stevens und John Grant zu den angesagtesten Künstlern des Genres.

Nach seinem Psychologie-Studium hat Fitzsimmons zunächst als Therapeut gearbeitet. Kritiker schreiben seinen melancholischen Songs auch eine gewisse therapeutische Wirkung für gestresste und enttäuschte Seelen zu.

Eintritt: 18/20 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

Das aktuelle Album des von Joni Mitchell, Simon & Garfunkel und Bob Dylan beeinflussten Troubadours, „Gold in the Shadow“ wird seit Erscheinen im Februar als ein garantierter Anwärter auf die CD des Jahres gehandelt.

Alben: Gold in the Shadow, The Sparrow and the Crow, Until we are Ghosts

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SO., 10.07., 19.30 Uhr: Balkan Brass Battle (Rumänien/ Serbien)

Boban Markovich - ist er der schnellste Trompeter der Balkan-Region?

Die Fanfare Ciocarlia (Rumänien) und das Boban & Marko Markovich Orkestar (Serbien) sind die beiden bekanntesten Balkan-Bläserensembles der Welt. Doch wer von ihnen ist der wahre König des Balkan Brass? Über zwei Stunden wird an diesem Abend der Wettstreit zwischen der Fanfare und dem Orkestar dauern. Fäuste werden dabei keine fliegen, stattdessen wird jedes Blasorchester versuchen, die andere Band mit ihren wildesten und mitreißendsten Titeln buchstäblich an die Kulturzeltwand zu blasen.

Eintritt: 18/20 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

Über den Sieg entscheidet kein K.O.-Schlag, sondern allein der Zuspruch des Publikums, das mit unbändigem Jubel und ausgelassenen Tanzeinlagen Frage beantworten wird.

Alben:
Boban & Marko Markovich Orkestar (Auswahl): Live in Belgrade, Go Marko Go!, Blown away the Dancefloor
Fanfare Ciocarlia: Radio Pascani, Baro Biao, The Gypsy Horns from the mountains beyond 

Website (Markovic) - Website (Ciocarlia) - Video

DI 12.07, 19.30 Uhr: Hubert von Goisern (Österreich)

Hubert von Goisern

Letztes Jahr hat er pausiert, der Achleitner Hubert, wie er in seinem Geburtsort Bad Goisern (Oberösterreich) genannt wird. Doch jetzt zieht es ihn wieder auf die Bühne - mit neuen Songs, die wohl erst im August auf CD veröffentlicht werden und bekannten Klassikern.

Hubert von Goisern, der Erfinder des Alpenrock, wird damit das Kulturzelt um eine weitere Variante von Weltmusik bereichern. Denn in anderen Teilen der Welt, zum Beispiel in Tibet oder dem Senegal, sind seine auf dem Akkordeon gespielten Steirer und Ländler exotisch anmutende Weltmusik – mit der er auch in Asien, Afrika und Südamerika auftrat. Die Volksmusik dieser Länder wiederum hat seine neueren Kompositionen beeinflusst.

Eintritt: 32/34 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

Ins Kulturzelt kommt Hubert von Goisern mit kleiner Besetzung: keine Geige, kein Backgroundchor, keine Synthesizerklänge. Dafür soll es mehr Headbanging-Polka und mehr Juchzer geben, bei denen die Zuhörer mitsingen und mittanzen können - vor allem bei Altbekanntem, wie „Heast es net“ oder dem „Hiatamadl“. Jodeln bei gleichzeitiger Dialektfreiheit des nordhessischen Publikums … man darf gespannt sein.

Alben (Auswahl): Gombe, Eswaramoi, Iwasig, Goisern goes East

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MI 13.07., 19.30 Uhr: DIG – feat. Till Brönner (USA/D) 

Till Brönner

DIG nennt der vielfach ausgezeichneter Trompeter Till Brönner, der im Laufe seiner 25jährigen Karriere vier Echos und eine Grammy-Nominierung erhielt, dessen Tonträger in der ganzen Welt schon mehr als eine Million mal verkauft wurden und der mit den Größten der Jazz- und Popwelt gearbeitet hat, seine neue Formartion.

DIG steht für Deep Inner Groove und die Besetzung hat es in sich: Gitarrist Chuck Loeb (Stan Getz, Jim Hall, Pat Metheny), Saxofonist Eric Marienthal (Chic Corea, Elton John, Stevie Wonder), Schlagzeuger Harvey Mason (Herbie Hancock, Brecker Brothers, Duke Ellington) und Keyboarder Pat Bianchi (Lou Donaldson Quartet, Tim Warfield Quintet). Till Brönner schätzt den weiten Horizont, mit dem er mit diesen Weltklassemusikern durch die Welt streifen kann. Gemeinsam treibt man das experimentelle Spiel ebenso voran wie die intensive Beschäftigung mit anderen Genres.

Eintritt: 26/28 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

Die Frage, ob man das als Jazzmusiker machen darf, interessiert Brönner dabei wenig. Er stellt sich kontinuierlich neuen Jazzwelten und daraus entstehen immer wieder neue, andere Sachen – diesmal mit einem tiefen, inneren Groove.

Alben (Auswahl): Midnight, Love, Blue Eyed Soul, Oceana, Rio, At the End of the Day

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DO., 14.07., 19.30 Uhr: Trombone Shorty & Orleans Avenue (USA)

Trombone Shorty

Er spielt ausdauernd und leidenschaftlich. Musiker, die er bei Konzerten oder im Studio begleitete (u.a. Lenny Kravitz, U2, Eric Clapton, Jeff Beck) nennen ihn einen wunderbaren Menschen und ein Genie zugleich. Die Rede ist von Trombone Shorty, virtuoser Posaunist und Trompeter, charismatischer Sänger und vielseitiger Songwriter.

Mit seiner Band New Orleans Avenue und der Tour zum Debütalbum „Backatown” sorgt Trombone Shorty nun dafür, dass sein guter Ruf auch nach Deutschland getragen wird. Eigentlich heißt er Troy Andrews. Geboren wurde er in New Orleans, laut Eigenaussage „im musikalischsten Viertel der musikalischsten Stadt der Vereinigten Staaten“.

Eintritt: 20/22 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

Als Vierjähriger stand Troy zum ersten Mal neben seinem Vater auf der Bühne und blies die Trombone – daher sein Spitzname. Bono und The Edge von U2 entdeckten ihn, als er gerade zwölf Jahre alt war. Seinen Stil nennt der heute 25-Jährige „Supafunkrock“. Dahinter verbirgt sich eine für sein Alter sensationell gut abgehangene Mischung aus Funk, Rock, Rhythm`n Blues, Jazz und HipHop, die auch das Kulturzelt auf den Kopf stellen wird.

Alben (Auswahl): Backatown, Orleans & Claibone, Shorty’s Swinging Gate

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FR., 15.07, 19.30 Uhr: Katzenjammer (Norwegen)

Die Katzenjammer Girls: Marianne, Turid, Solveig und Anne-Marit

Marianne, Turid, Solveig und Anne Marit trafen sich beim Musik-Studium in Stockholm. Außer ihrer Liebe zur Musik verband sie eine Leidenschaft für Comics, insbesondere die von dem in die USA immigrierten Deutschen Rudolph Dirks erfundenen und gezeichneten „Katzenjammer Kids“. Das war im Jahre 2005.

Mit ihrem äußerst eigenwilligen Stil-Mix aus Jazz, Rock, Balkan-Musik, Folk und Chansons, der mal an Edith Piaf, mal an die Dixie Chicks aber auch am Bands wie B52’s oder die Leningrad Cowboys erinnert, eroberten sie zunächst die Clubs in Oslo, daraufhin ganz Norwegen, Europa und mittlerweile die Welt. Egal ob beim Bonaroo-Festival in Tennessee, in der Londoner O2 Arena (als Vorgruppe von Keane) oder beim Bardentreffen in Nürnberg, Katzenjammer haben bisher noch jedes Publikum schon nach ein paar Takten auf ihre Seite gezogen.

Eintritt: 18/20 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

Im vergangenen Jahr waren sie die große Überraschung im Kulturzelt. Keine Frage, dass sie dieses Jahr wieder eingeladen werden mussten. 

Album: Le Pop (vermutlich zur Tour: Das Rock)

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SA., 16.07. , 19.30 Uhr: Suzanne Vega (USA)

Suzanne Vega

Ein Konzertabend über das Leben im Allgemeinen und die Liebe im speziellen. Poetische Texte, die auch vor Tabu-Themen nicht zurückschrecken. Ein Auftritt von Suzanne Vega kommt ohne große Dramen aus, ist aber immer tief emotional und berührend.

Seit ihrem selbstbetitelten Debüt-Album im Jahr 1985, das von der Kritik begeistert aufgenommen wurde, hat sie zahlreiche Tourneen mit ausverkauften Shows in den bekanntesten Konzerthallen weltweit absolviert avancierte zu einer der großen Persönlichkeiten der zeitgenössischen Singer-/Songwriter-Szene.

Eintritt: 24/26 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

Seit zwei Jahren spielt sie in einer auf vier CDs angelegten Serie ihre Klassiker neu ein, in der Regel sehr sparsam instrumentiert, was Hits wie „Marlene“ oder „Luka“ gut bekommt. Durch allzu häufigen Rundfunkeinsatz mochte man die alten Versionen einfach nicht mehr hören. Jetzt stellt sich hingegen erneut ein Gänsehaut-Gefühl ein. Bleibt zu hoffen, dass bald auch wieder neue Lieder von Suzanne Vega hinzukommen.

Alben: Close-Up Vol.1 & Vol.2, Suzanne Vega, Solitude Standing, Days of Open Hand

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SO., 17.07., 19.30 Uhr: Joan As Police Woman (USA)

Joan Wasser ist Joan as Police Woman

„I smile at strangers knowing it’s alright / When they smile right back at me / I know we agree / That good living requires smiling at strangers“ – wenn man diese Zeilen aus dem Song „Human Condition“ von Joan Wasser gesungen hört, möchte man am liebsten auf die Straße gehen und alle Menschen, die einem begegnen, fröhlich angrinsen.

Ihre Konzerte sind in vielerlei Hinsicht eine Feier der Lebensfreude, die Songs handeln vom Glück, auf der Welt zu sein, von der Erregung zwischen Liebenden und allem, was die Sinne anspricht. Verpackt werden die Texte in eine Art Kammer-Pop, denn Joan Wasser ist eine klassisch ausgebildete Violinistin mit einem Hang zum Indie-Pop.

Eintritt: 20/22 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

Der Name des Bandprojects Joan As Police Woman erklärt sich wie folgt: Freunde der Künstlerin waren der Meinung, dass sie eine große Ähnlichkeit mit der Schauspielerin Angie Dickinson habe, der Hauptdarstellerin der Fernsehserie „Police Woman“. Um klar zu machen, dass sie an manchen Abenden nicht als klassische Violinistin auftrat sondern mit ihrem Singer-/Songwriter-Programm, gab sich die Ex-Freundin von Jeff Buckley dafür den Namen Joan as Police Woman. Zu ihren Fans zählen unter anderem Rufus Wainwright, Lou Reed, Dave Gahan von Depeche Mode und die Scissor Sisters.

Alben: Real Life, To Survive, The Deep Field

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MI., 20.07., 19.30 Uhr: Ravi Coltrane Quartet (USA)

Ravi Coltrane

Der Saxofonist Ravi Coltrane hat es geschafft, sich bewusst und erfolgreich aus den musikalischen Fesseln seiner übergroßen Eltern zu lösen, ohne die musikalische Herkunft zu verleugnen. Zwei Jahre war Ravi alt, als 1967 sein Vater John Coltrane starb. Seine Mutter ist die 2007 verstorbene, berühmte Jazz-Pianistin Alice Coltrane.

Erst im Alter von 21 Jahren begann Ravi Coltrane sich mit dem Saxofon intensiv zu beschäftigen und versuchte, möglichst nichts zu spielen, dass nur annähernd an seinen Vater erinnerte. So entwickelte er seinen eigenen Stil, sehr melodisch, mit einem warmen, sensiblen Ton und sehr strukturierten Soli.

Eintritt: 18/20 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

In einer Hinsicht jedoch hat ihn der Geist des Vaters über die Jahre eingeholt: Wenn Ravi Coltrane heute auf der Bühne steht, tritt auch bei ihm dieses einzigartige, leicht weggetragene, modale Spiel hervor, das nur ein Coltrane beherrscht.

Alben: Blending Times, Mad, From Round Box, Moving Pictures

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DO., 21.07., 19.30 Uhr: Beady Belle (Norwegen)

Beady Belle

Cool, aber nicht unterkühlt – so könnte man den eleganten Nu-Jazz der norwegischen Formation Beady Belle bezeichnen. Die Musik groovt und verbreitete eine positive Stimmung, ist weder Modern noch Retro sondern einfach nur sophisticated – irgendwo zwischen Jamie Cullum und India.Arie verortet.

Man kann über Beady Belle nicht schreiben, ohne Sängerin Beate S. Lech besonders hervorzuheben. Sie ist es, die mit ihrem Timbre dem Ambient-Sound der Band die Jazz-Note verleiht und sie liefert zu den Grooves und Beats die Melodien, Harmonien und Texte. Gefördert wurde Beate S. Lech von keinem geringeren als dem Pianisten Bugge Wesseltoft, dem sie sich förmlich aufdrängte. 1992, da war sie 15 Jahre alt, gewann sie einen Talentwettberb des norwegischen Fernsehens. Ihr Preis: Ein Auftritt mit einer Jazz-Bigband bei einem großen Festival. Es war die Band von Wesseltoft.

Eintritt: 18/20 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

Live-Auftritte sind ihre Stärke geblieben. Ihr Credo: „Auf der Bühne stehen und geben zu können – dem Publikum geben zu können. Das ist der Grund, warum ich Musik mache“.

Alben: Home, Cewbeagappic, Closer, Belvedere, At Welding Bridge 

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FR., 22.07., 19.30 Uhr: Silje Nergaard (Norwegen)

Silje Nergaard

Das letzte, was wir von ihr hörten, waren Weihnachtslieder, die sie im November 2010 auf dem Album „If I could wrap up a kiss“ veröffentlichte. Dieses Album wird definitiv nicht im Mittelpunkt ihres Kulturzelt-Konzerts stehen. Ist es Jazz oder ist es Pop?

Diese Frage stellt sich immer wieder angesichts der zwischen den Genren hin und her pendelnden Songs der Norwegerin, die in ihrem Elternhaus mit der Musik von Al Jarreau und Joni Mitchell aufwuchs. Sie selbst mag diese Frage überhaupt nicht: „Es ist Unfug, mir diese Frage zu stellen, weil ich im Hinblick auf Stilistiken eine Gejagte bin, die sich nicht einfangen lässt", antwortet die musikalische Grenzgängerin dann und das ist auch gut so.

Eintritt: 22/24 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

Denn Silje Nergaard vereint ihre verschiedenen Einflüsse aus Jazz, Rock und Folk zu einer ganz individuellen, unkategorisierbaren Musik, mit der sie dem geneigten Zuhörer ihre Lieder über Mütter, Töchter und Künstlerinnen näherbringt.

Alben (Auswahl): Port of Call, At first Light,  Darkness out of Blue 

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SA., 23.07., 19.30 Uhr: De Phazz (D)

De-Phazz Mastermind Pit Baumgartner

Pit Baumgartner, Gründer und Kopf von De Phazz definiert die Musik der Heidelberger Band als „Jazz und Anderes“. Und damit trifft er den Nagel auf den Kopf. De Phazz wurden am Anfang ihrer Karriere unter Easy Listening eingeordnet, dann unter Soul, TripHop, Jazz, Nu-Jazz und 2007, nach dem Erscheinen ihres Albums „Days of Twang“ sogar kurzzeitig unter Country.

In der Tat grooven De Phazz zwischen diesen Stilen genreübergreifend und munter hin und her, als wäre dies das Selbstverständlichste auf der Welt. Europaweit sind sie einer der populärsten deutschen Acts, bei deren Konzerten vor allem der Gesang von Pat Appleton, die neben Baumgärtner und Karl Frierson zu den festen Bandmitgliedern zählt, das Publikum in seinen Bann zieht.

Eintritt: 18/20 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

Zu den gelegentlichen Bandmitgliedern zählen unter anderem Koryphäen wie Oli Rubow (Schlagzeuger bei den Fantastischen Vier und Hellmut Hattler), Jan Fride (Percussionist bei Kraan), der Trompeter Joo Kraus (Tab Two, Jazzkantine, Klaus Doldingers Passport), Saxofonist Matthias Dörsam (Mardi Gras bb, Woody Shaw, Art Farmer), dessen Bruder, der Gitarrist Adax Dörsam (Xavier Naidoo, Lou Bega, Rolf Zuckowski) und der Video-Künstler und DJ Markus Lang.

Auf dem aktuellen, sehr souligen Album „lala 2.0“, singen außer Pat Appleton auch Sandie Wollasch (NDR Bigband, Edo Zanki, Triband) und Barbara Lahr (Guru Guru, Klaus Doldinger).

Alben (Auswahl): lala 2.0, Death by Chocolate, Daily Lama

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SO., 24.07., 19.30 Uhr: Curtis Stigers (USA)

Curtis Stigers

Seine größten Erfolge mögen schon ein paar Jahre zurückliegen. Anfang der 90er Jahre feierte Curtis Stigers mit den Pop-Balladen „I Wonder Why“ und „You’re All That Matters To Me“ internationale Top-Ten-Hits. Beide Titel stammen von seinem Debüt-Album, das ihm etliche Platin-Auszeichnungen in aller Welt einbrachte. Auch sein Beitrag für den Soundtrack des Films „The Bodyguard“, der Song „Peace, Love and Understanding“ bleibt unvergessen.

Aus dem Pop-Musiker von einst ist im vergangenen Jahrzehnt ein gereifter Jazzer geworden. Für Curtis Stigers selbst war es eine Rückkehr zu der Musik, aus der er einst gekommen war. Belohnt wurde das in Deutschland im vergangenen Jahr mit dem Echo in der Sparte Jazz. Curtis Stigers beschränkt sich aber nicht auf das Interpretieren hinlänglich bekannter Jazzstandards, sondern mischt diese mit eigenen Songs und jazzig aufbereiteten modernen Klassikern aus der Welt des Pop, Rock und Rhythm 'n' Blues.

Eintritt: 22/24 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

Er ist eine in jeder Hinsicht faszinierende Bühnenpersönlichkeit, die einen unvergesslichen Konzertabend beschert – im Kulturzelt bereits zum zweiten Mal.

Alben (Auswahl): Curtis Stigers, Time Was, Real Emotional, Lost in dreams

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MI., 27.07., 19.30 Uhr: Abdullah Ibrahim & Ekaya (SA)

Abdullah Ibrahim

1983 wurde „Ekaya“ (= Heimat) in Kapstadt gegründet. Zwei Jahre später nahm die Formation mit „Manenberg Revisited“ ein Stück auf, das zu einer der bekanntesten Songs der Anti-Apartheid-Bewegung werden sollte. Seither hat Abdullah Ibrahim weltweit große Triumphe gefeiert.

Eintritt: 22/24 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

Über seinen Status als einen der bedeutendsten und einflussreichsten Jazz-Komponisten und –Pianisten unserer Zeit muss man nicht mehr diskutieren. 77 Jahre ist er jetzt alt und noch immer entfesselt er bei jedem Konzert jene Expressivität und berauschend schönen Melodien, mit denen er für diese unvergleichlichen positiven Schwingungen sorgt, die nicht nur Jazz-Freunde rund um den Globus begeistern.

Alben (Auswahl): African Symphony, African Magic, African Sun

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DO., 28.07., 19.30 Uhr: Christina Lux/Reentko Dirks und Anna Depenbusch(Deutschland)

Anna Depenbusch

Ein Doppelkonzert. Christina Lux, geboren in Karlsruhe und in Kassel zur künstlerischen Reife gelangt, begeistert mittlerweile seit 20 Jahren die deutsche Clubszene mit ihrem Soulfolk, den für sie typischen offenen Akkorden und ihren sanften Balladen.

Sechs Alben hat sie mittlerweile veröffentlicht und bald gibt es ein neues, das sie gerade mit dem Gitarristen Reentko Dirks einspielt. Dirks wollte eigentlich Schlagzeuger werden, erhielt aber seit seinem siebten Lebensjahr Gitarrenunterricht. Das Resultat: eine percussive Spieltechnik, die er selbst entwickelte und die als durchaus unorthodox bezeichnet werden darf. Seine stilistische Bandbreite reicht von der klassischen über die Popmusik bis in den Ethno-Bereich.

Eintritt: 20/22 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

Anna Depenbusch gilt, obwohl schon seit 2005 im Geschäft, zurzeit als DIE deutsche Sänger-/Liedermacherin schlechthin. Sie vermischt in ihren Songs Pop- Jazz- und Chanson-Elemente und zieht sich zum Schreiben auch schon mal für ein paar Monate nach Island zurück. Heraus kommen dann diese Lieder über große Gefühle mit tragischen Texten und leichten Melodien, die niemals kitschig wirken.

Alben:
Reentko Dirks: Sounds for the Silver Screen
Christina Lux (Auswahl): Little Luxuries, Pure Love, Coming home at last Anna Depenbusch: Ins Gesicht, Die Mathematik der Anna Depenbusch

Website (Lux) - Website (Dirks) - Website (Depenbusch)

Video (Lux) - Video (Depenbusch)

FR., 29.07., 19.30 Uhr: Maceo Parker (USA)

Maceo Parker

„Maceo, blow your horn!“ Wer kennt ihn nicht, den ekstatischen Aufruf/Schrei auf den alten James Brown-Alben? Eigentlich muss man den Mann hinter dem „Horn“ niemandem mehr vorstellen, der nicht die letzten 50 Jahre im Koma verbracht hat. Mit James Brown, in dessen Band er mit seinem Bruder Melvin (Schlagzeug) zehn Jahre den Ton angab, schrieb er Soul- und Funk-Geschichte. „Cold Sweat“, „Papa’s got a brand new bag“, „I feel good“ und „It’s a Man’s Man’s Man’s World“ sind nur ein paar Klassiker, die aus dieser Verbindung hervorgingen.

Eintritt: 22/24 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

Mit seinem Kollegen Fred Wesley ging er danach an Bord des „Motherships“ von George Clinton, genannt „Parliament“. The Horny Horns hieß die Bläsersektion, die nach dem Soul-Funk auch den P-Funk entscheidend prägte. Und die reise von Maceo ging immer weiter. Aufnahmen mit Bootsy Collins und schließlich auch mit der nächsten Generation, der HipHop-Legende De La Soul. Erst in den 90er-Jahren brachte ihn ein deutscher Produzent auf die Idee, es mit einer eigenen Band und eigenem Material zu versuchen.

Das Ergebnis sind „2 Prozent Jazz und 98 Prozent Funk“, wie er es nennt. Damit begeistert der inzwischen 68-Jährige seit 20 Jahren Konzertbesucher, die seine Kinder und Enkel sein könnten.

Alben: Life on Planet Groove, Roots Revisted, dial:Maceo, Roots & Grooves

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SA., 30.07. , 19.30 Uhr: Canned Heat (USA)

Woodstock-Veteranen: Canned Heat

Blues, Rock und Boogie, keine Band hat aus diesen Zutaten einen bis heute derart beliebten und unverkennbaren Sound geschaffen, wie Canned Heat. 1965 wurde die Band in Los Angeles gegründet und hat seither einige Besetzungsänderungen überstanden.

Die wohl populärste: Bassist Larry „The Mole“ Taylor und Gitarrist Henry „Sunflower“ Vestine (ehemals in Frank Zappas Band) stritten sich am Abend des 14. August 1969 während und nach einem Konzert im Fillmore West (San Francisco), worauf Vestine Hals über Kopf die Band verließ. Die engagierte quasi über Nacht als Ersatz den Gitarristen Harvey „The Snake“ Mandel, denn zwei Tage später sollten sie einen Auftritt beim Woodstock Festival haben.

Eintritt: 26/28 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

Für Proben mit dem Neuen war keine Zeit, weshalb sich Bandleader Adolfo „Fito“ De La Parra, weigerte, auf der Festivalbühne aufzutreten. Manager Ship Taylor zerrte ihn schließlich eigenhändig und mit sanfter Gewalt aus seinem Hotelzimmer und zu einem Auftritt, der Canned Heats Weltkarriere einläuten sollte. Ihr Song „Goin’ up the Country“, der auch den Woodstock-Film eröffnet, gelang in der darauffolgenden Woche auf Platz 1 der US-Charts.

Es folgten Hits wie „Let’s work together“, „Time was“ und viele erfolgreiche Alben. Zeitsprung: Erst seit fünf Jahren geben die oben erwähnten Mitglieder der Woodstock-Besetzung von Canned Heat, Harvey Mandel, Fito De La Parra und Larry Taylor, unterstützt von Dale Spalding wieder gelegentlich gemeinsame Konzerte. Vor zwei Jahren sind sie schon einmal im seinerzeit ausverkauften Kulturzelt aufgetreten. Das dürfte auch diesmal der Fall sein.

Alben (Auswahl): Future Blues, Hooker ‚n’ Heat (mit John Lee Hooker) 

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MI., 03.08., 19.30 Uhr: Juan de Marcos & The Afro Cuban All Stars (Cuba)

Komponist, Bandleader und Wahrer des kubanischen Musikerbes: Juan de Marcos Gonzaléz

Juan de Marcos hat sich in seinem Leben zwei Träume erfüllt. Der erste war, die großen und noch lebenden Legenden der kubanischen Musik der 40er- und 50er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts noch einmal auf die Bühne zu bringen und einer All Star Band zu vereinen.

Das Ergebnis ist weltbekannt: Aus dem Traum wurde der Buena Vista Social Club, dem Wim Wenders auch ein filmisches Denkmal setzte. Den zweiten Traum hat sich Juan de Marcos mit den Afro Cuban Allstars erfüllt. Für diese Formation versammelte er die junge Elite der kubanischen Musiker, gewissermaßen die musikalischen Enkel und Urenkel der Buena Vista-Veteranen. Ihre Aufgabe: Den Geist der traditionellen Musik der Insel zu erfassen und gemeinsam mit den Altvorderen diesen auf neuere, moderne Ausdrucksformen zu übertragen.

Eintritt: 20/22 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

Das Ergebnis ist eine große Stilvielfalt - Danzon, Son Montuno, Guaguanco, Mambo und Ghjira – die der Musica Cubana neue Weger weist. Eines haben die Konzerte der Jungstars jedoch mit den Auftritten der legendären alten Bands gemeinsam: Der Klang ist akustisch, die Atmosphäre elektrisch.

Alben (Auswahl): A Toda Cuba La Gusta, Distinto Differente, Baila mi Song

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DO., 04.08, 19.30 Uhr.: Stephanie Nilles (USA)/ Alexi Murdoch (GB)

Stephanie Nilles

Wieder ein Doppelkonzert: Ein weiblicher Tom Waits? Oder doch eher Randy Newman? Die Wahrheit liegt meist irgendwo in der Mitte. Stephanie Mills, die in Chicago aufwuchs und dort Musik/Klavier studierte, anschließend nach New York zog, wo sie auf eine experimentierfreudige Jazz-, Rock- und Folk-Szene traf und heute in New Orleans lebt, wo sie sich nun auch vom Sound der Stadt am Mississippi inspirieren lässt.

Eintritt: 20/22 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

Aus ihren sehr unterschiedlichen Einflüssen hat die 26-Jährige eine Art Jazz-Piano-Lounge-Punk-Musik entwickelt, die man in der Tat nur mit den beiden eingangs genannten Kultmusikern vergleichen kann. Sie sitzt am Piano, überrascht immer wieder mit genial verrückten Spielweisen, singt den schweren Blues, zeigt im nächsten Stück, dass sie auch bellen kann und taucht plötzlich in eine hitparadentaugliche Nummer ab. Kurzum: Stephanie Nilles ist ein Riesentalent und eine wirklich heiße Entdeckung, von der man noch sprechen wird.

Alexi Murdoch

Den zweiten Teil des Abends bestreitet Alexi Murdoch: Der in London geborene und in in Griechenland aufgewachsene Singer/Songwriter, ging in Schottland zur Schule und studierte in den USA. Dies mag einer der Gründe sein, weshalb auch etliche seiner Songs um die Welt gingen. Nur wissen das nicht allzu viele, weil im Fernsehen der Nachspann zu den Serien meist nur in kleinen Spalten am Rande läuft, während die Werbung den Bildschirm füllt.

Machen wir es kurz: Alexi Murdoch schrieb Musik für unter anderem O.C.,California, Dr. House, Prison Break und Garden State. Auch für den Film „Away weg o“ von Sam Mendes steuerte er einige Songs bei. Und das alles nicht mit

irgendwelcher Film-Schmusemusik sondern im satten Indie-Sound.

Alben:
Nilles: reDEMO, Fuck off, Grizzly Bear 
Murdoch: Time without Consequence, Towards the Sun

Website (Nilles) - Video

Website (Murdoch) - Video

Fr., 05.08., 19.30 Uhr: Agnes Obel (DK)

Agnes Obel

Pop aus Dänemark. Ihr Song „Just so” war vor zwei Jahren im Werbespot der Deutschen Telekom zu hören, worauf er auch gleich in die Hitparaden einstieg. In der Fernsehserie „Grey’s Anatomy“ war ihr Song „Riverside“ zu hören. Doch Agnes Obel, die eigentlich Agnes Caroline Thaarup Obel heißt, kann mehr, als Drei-Minuten-Pop-Songs schreiben.

Eintritt: 18/20 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

Ihre Musik ist von Joni Mitchell ebenso beeinflusst wie von P.J. Harvey und von Claude Debussy ebenso wie von Eric Satie. Nachzuhören auf ihrem Album „Philharmonics“. Natürlich kommt bei dem Begriff „Anspruchsvolle Singer-/Songwriterin am Klavier“ immer der Vergleich mit Tori Amos auf. Das trifft bei der Kopenhagenerin, die in Berlin lebt, nicht zu. Coco Rosie passen da schon besser.

Album: Philharmonics (ein zweites soll dieses Jahr erscheinen) 

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Sa., 06.08., 19.30 Uhr: Harold Lopez-Nussa (Kuba) /  Gast: David Sanchez (Puerto Rico)

Harold Lopez Noussa

Die Kubaner Harold Lopez-Nussa (Piano) und sein Bruder Emán Lopez-Nussa, der in der Band von Harold Schlagzeug spielt, stammen aus einer alteingesessenen, musikalischen Familie. Trotz der somit in die Wiege gelegten Verbandelung mit der traditionellen Musik der Karibik-Insel, studierte Harold Lopez-Nussa klassisches Klavier.

Das Ergebnis: In seiner Musik verbindet er kubanische Folklore mit der Präzision der Kunstmusik. Selbst wenn er sich auf das Feld des Latin-Jazz begibt, ist seine Neigung zur Klassik deutlich zu spüren. Und Latin-Jazz wird es an diesem Kulturzeltabend in Hülle und Fülle geben, denn als besonderen Gast hat Harold Lopez-Nussa den Saxofonisten David Sanchez (Tenor- und Sopransaxofon, Flöte) mit auf Tour.

Eintritt: 18/20 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

Der Puertoricaner spielte unter anderem bereits mit Dizzie Gillespie, Miriam Makeba, Pat Metheny, Roy Hargrove und Cassandra Wilson, unterrichtet als Gastprofessor an verschiedenen amerikanischen Universitäten und war schon viermal für einen Grammy nominiert.

Alben:
Sanchez: Cultural Survival, Coral, Travesia
Lopez-Nussa:  Canciones, Sobre el Atelier, Herencia 

Website (Sanchez) - Video

Website (Lopez-Noussa) - Video

MI., 10.08., 19.30 Uhr: Hindi Zahra (Marocco)

Hindi Zahra

Die Musik der vor 30 Jahren in der marokkanischen Provinzstadt Khouribga, auf halbem Wege zwischen dem Atlas und Casablanca geborenen Zahra Hindi (so ihr Geburtsname) hat Kritiker schon zu den unglaublichsten Vergleichen animiert. „Irgendwo zwischen Django Reinhardt und Billie Holiday“ schrieb das britische Musikblatt The Wire, „zwischen Manu Chao und Portishead“ sah sie Die Zeit.

Diese Vergleiche stehen in einem gewissen Gegensatz zu den Vorbildern, die Zahra Hindi für sich selbst nennt: die Ägypterin Oum Kalthoum, das peruanische Sängerin Yma Sumac James Brown und Aretha Franklin. Ihr Debütalbum „Handmade“, erschienen im vergangenen Jahr, lässt keinen Zweifel aufkommen, dass sie sich zum Jazz mehr hingezogen fühlt als zu den tranceartigen Rhythmen ihrer Heimat.

Eintritt: 18/20 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

Trotzdem muss man Hindi Zahra unter Weltmusik einordnen, denn sie verbindet afrikanische und europäische Einflüsse, Chanson, Folk und Soul zu einer neuen Musik, die man –siehe oben – besser nicht vergleichen sollte.

Album: Handmade 

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DO 11.08., 19.30 Uhr: Nils Landgrens Funk Unit (S/D)

Nils Landgren

Mittlerweile hat der Schwede mit der roten Trompete seine Band, wie man sieht, endgültig umbenannt. Denn Nils Landgren und seine Musikerkollegen spielen Funk-Jazz so funky, dass man schon beim Hören der CD ins Schwitzen kommt und erst recht im Konzert. Noch dazu auf einem Niveau, welches von nur wenigen Musikern erreicht wird.

Eintritt: 22/24 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

Dies gilt aber nicht nur für die reine Technik sondern auch für die Spiefreude. Vor zwei Jahren konnte man sich im Kulturzelt bereits ein Bild davon machen. Nun geht die Party weiter.

Alben: Funky Abba, Creole Love Call, Licence to Funk, Funk for Life

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FR 12.08., 19.30 Uhr: Vienna Teng (USA)

Vienna Teng

Schon der Künstlername der 1978 in Saratoga, Kalifornien geborene Pianistin, Gitarristin, Sängerin und Songschreiberin Cynthia Yih Shih sagt einiges über ihre Musik aus. Vienna steht für die klassischen Einflüsse, Teresa Teng war eine große, wenn nicht sogar die größte taiwanesische Pop-Sängerin aller Zeiten (gestorben 1995). Von ihr stammt auch „Green Island Serenade“, der versteckte Track auf Vienna Tengs zweitem Album „Warm Strangers“.

Eintritt: 18/20 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

Die „Serenade“ ist auch eines der wenigen Stücke, die Vienna Teng bei Konzerten auf Mandarin singt. Die allermeisten Songs singt sie jedoch in Englisch. Außer den klassischen gibt es in Tengs Musik auch Folk-, Jazz- und Pop-Elemente. Das herausragende ist jedoch ihr sehr emotionaler Vortrag der weitgehend sehr persönlichen Texte. Und über allem schwebt diese unheimlich warme Stimme, die aus einer anderen Welt zu kommen scheint,

Alben (Auswahl): The moment always vanishing, Inland Territory, Warm Strangers 

Website - Video 

SA 13.08., 20.30 Uhr: Polarkreis 18 (D)

Polarkreis 18

In einem weißen Dress ruderten Polarkreis 18 schon lange vor Take That in dem Video zu ihrem hit „Allein Allein“, jenem Song, mit dem sie es immer wieder fertig bringen, dass Hunderte von Konzertbesuchern mit erhobenen Händen „Wir sind allein allein …“ zusammen singen.

Bereits vor 14 Jahren wurde die Band, die für ihre Indie-Synthie-Pop Mischung vom Spiegel ebenso gefeiert wird wie in Spex, in Dresden gegründet. Mit „Allein Allein“ lieferten Polarkreis 18 den Titelsong zu dem Film „Krabat“, für das dazugehörige Video wurden sie für den Echo nominiert und mit „The Colour of Snow“ kamen sie 2009 auf den zweiten Platz beim Bundesvision Song Contest. Es gibt also so gut wie kein Vorbeikommen an Polarkreis 18, der Kulturzelt-untypischsten Band in dieser Saison.

Eintritt: 22/24 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

Mittelfristig muss die Band jedoch aufpassen, dass sie nicht, wie gelegentlich auf dem Album „The Colour of Snow“ bereits geschehen , in Pathos und Bombast ertrinkt.

Alben: Look, Polarkreis 18,The Colour of Snow, Frei

Website - Video 

SO., 14.08., 19.30 Uhr: Sharon Jones & The Dap Kings (USA)

Sharon Jones

Daptone Records ist eine Schallplattenfirma in New York, die sich der guten alten Soul-Musik verschrieben hat. Und wie die Funk Brothers beim Motown-Label oder die Mar-Keys bei Stax, so hält sich auch Daptone eine Hausband, die die Künstler des Unternehmens bei ihren Aufnahmen begleitet: die Dap Kings.

Deren Bandleader, Bosco Mann heißt im wirklichen Leben Gabriel Roth und ist einer der beiden Gründer von Daptone Records. Weltweit wurden die Dap-Kings als Begleitband von Amy Winehouse bekannt. Nun kommen sie mit Sharon Jones. Die Sängerin aus Augusta/Georgia, dem Geburtsort von James Brown, ist mit 54 Jahren heute neben Tina Turner und Aretha Franklin eine der letzten großen noch lebenden Soul-Ikonen.

Eintritt: 22/24 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

Und da offenbart sich, trotz der gleichen Begleitband, auch der Unterschied zu Amy Winehouse: Während die Engländerin stylish Retro ist, ist Sharon Jones klassisch Soul. Weil sie nie etwas anderes gemacht hat. Weil sie den Soul mit der Muttermilch aufgesogen hat. Weil ihre Musik nur so vor Wärme und Spontaneität strotzt. Pure Leidenschaft, rhythmische Größe, klagende Tiefe und eine mühelos wirkende Melodiebeherrschung - eine Tour de Force durch alle Emotionen, die Soul und Funk abzudecken in der Lage sind.

Man könnte wetten, dass sie noch nicht mal mitbekommen hat, dass Soul zwischenzeitlich auch mal weg vom Fenster war.

Alben (Auswahl): 100 Days and 100 Nights, I learned the hard way

Website - Video

MI., 17.08. + DO. 18.08., 19.30 Uhr: The Earth, Wind & Fire Experience feat. The Al McKay Allstars (USA)

Schrieb große Hits für Earth, Wind & Fire: Al McKay

Auf der offiziellen Website von Earth Wind & Fire sind die beiden Kulturzelt-Termine nicht verzeichnet, obwohl dort Konzerte bis einschließlich September aufgeführt sind. Auf der Website von Al McKay wiederum steht „This site is not affiliated with Earth, Wind and Fire“.

Man darf wohl davon ausgehen, dass die üblichen Streitigkeiten zwischen aktuellen und ehemaligen Bandmitgliedern über die Rechte am Namen dazu geführt hat, dass es heute zwei Formationen gibt, die den Namen Earth, Wind & Fire führen dürfen. (Das ist nicht unüblich. Von Boney M. gab es zuletzt drei Versionen)

Eintritt: 26/28 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

Besagter Al McKay hat während seiner Zeit bei der Urformation von Eart, Wind & Fire Welthits wie den Welthit „September“ oder „Sing a Song“ geschrieben. Er war es auch, der für die scharfen Gitarrenriffs verantwortlich zeichnete.

Alben (Auswahl): That’s the way oft he World, Gratitude, Raise!

Website (Earth, Wind & Fire)

Website (Al McKay) 

Video

FR., 19.08., 19.30 Uhr: Asa (Nigeria /F)

Asa

Schon als Fünfjährige wusste Asa, dass sie Musikerin werden will. Also ging sie in einen Chor. Mit 18 beschloss sie, Gitarre-spielen zu lernen und schulte sich auf der Straße. Sie fing an, Songs zu komponieren, tourte mit Musikern und Bands herum – die harte Ochsentour, die hinter fast allen erfolgreichen Musikern liegt, die immer an ihr Ziel geglaubt haben.

Spätestens mit ihrem zweiten Album, „Beautiful Imperfection“, ist der große Erfolg bei Asa, die in Paris geboren wurde und in Lagos/Nigeria aufwuchs, eingetreten. Es scheint, als habe die Welt auf ihre positive Soul-Pop-Funk-Reggae-Folk-Musik gewartet. Denn wichtig ist für Asa, dass ihre Musik gut klingt und angenehme Gefühle hervorruft.

Eintritt: 20/22 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

Da macht sie keinen Unterschied, ob es um traditionelle afrikanische Musik, europäische Klassik oder US-Pop (sie war ein großer Fan von Michael Jackson) geht. Denn dieses über-alle-Grenzen-gehen bewirkt etwas Befreiendes, macht locker, lässt ein Lächeln aufkommen.

In diesem Sinne ist auch der Titel ihres Albums zu verstehen. Asa begrüßt es, dass die Welt etwas „unperfekt“ ist, denn nur deshalb ist man bestrebt, sie „perfekter“ zu machen. Und das wiederum schafft – wie ihre Musik – eine gute Stimmung.

Alben: Asa, Beautiful Imperfection

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SA., 20.08., 19.30 Uhr: Edgar Knecht Quartett (D)

Edgar Knecht (Mitte) mit seinem Trio, das zum Kulturzeltauftritt zum Quartett erweitert wird.

„Das Edgar Knecht Trio stellt unter Beweis, dass deutsche Volksmusik und Liedgut modern und aufregend und mitreißend klingen können. Besonders gefielen uns die Lebendigkeit, die spielerische Interaktion auf der Bühne und die Virtuosität.“ So lautete der Urteilsspruch der Jury, die dem Kasseler Edgar Knecht und seiner Band im Februar im Wiesbadener Kulturforum den Creole Musikpreis für die beste „globale Musik aus Hessen“ verlieh.

Eintritt: 18/20 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

Seit seinem 14. Lebensjahr steht Edgar Knecht mit seinen eigenen Kompositionen auf der Bühne. In seinen Stücken verbinden sich traditionelles deutsches Liedgut mit Elementen aus Jazz und Weltmusik. Kubanisches Salsa-Piano mixt er mit europäischer Romantik, den österreichischen Walzer verzaubert er mit afrikanischen Rhythmen, und über all das spannt er seine jazzigen Soli.

Da verwundert es nicht, dass Knecht auch beim legendären Jazzfestival in Havanna, Kuba, nach seinem Auftritt stürmisch gefeiert wurde.

Album: Good Morning Lilofee

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SO., 21.08., 19.30 Uhr: 17 Hippies (D)

Von wegen 17 Hippies - sind doch nur 13.

Zum zehnten Mal kommen sie auf „Klassenfahrt“ –so nennen sie ihre Tourneen – nach Kassel und bestreiten traditionsgemäß das Finale der Kulturzeltsaison. Das kommt nicht von ungefähr, denn die 17 Hippies aus Berlin sind musikalisch ja so etwas wie eine Zusammenfassung der Kulturzelt-Styles: ein bisschen Jazz, Rock und Blues, ein bisschen Chanson, Singer-/Songwriter Poesie (vor allem auf dem aktuellen Album „Phantom Songs“), Tanzmusik vom Balkan und aus den Südstaaten – gespielt auf Instrumenten wie Harmonium, Geige, Ukulele, Banjo und Gebläse, gesungen auf Deutsch, Englisch und Französisch.

Eintritt: 20/22 Euro (Karten beim HNA-Kartenservice)

Es ist schwierig, der Band ein Etikett aufzudrücken, aber das kann man beim Kulturzelt ja auch nicht. Auf Wiedersehen und –hören im nächsten Jahr!

Alben (Auswahl): Phantom Songs, El Dorado, Wer ist das?, Texas Radio

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