Französische Band Caravan Palace begeisterte mit Elektroswing

Kulturzelt Kassel: Antreten zum kollektiven Hüpfen

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Tolle Bühnenperformance: Charles Delaporte, Zoe Colotis und im Hintergrund Paul Marie Barbier von der Band Caravan Palace beim Auftritt im Kulturzelt. 

Die französische Band Caravan Palace brachte die Zuhörer bei ihrem Konzert mit Elektroswing zum Kochen.

Kassel. Lamettaartige Glitzerstäbchen auf Zoe Colotis’ engem Rock klimpern bei jeder Bewegung. Später trägt sie ein Matrosenkleid zu Schnürschuhen und Männersakko, dann noch Blümchenbluse mit Smokingfliege und zu guter Letzt ein schwarz-weißes Punktekleid: Die Sängerin bestritt das Konzert der französischen Elektroswing-Band Caravan Palace in vier verschiedenen Bühnengewändern, zog sich alle paar Minuten um. Ihre Musiker behielten Hemden, Hosenträger und schmale Schlipse durchgängig an – und man konnte nur wünschen, dass im Backstagebereich ausreichend Erfrischungsmöglichkeiten vorbereitet waren, so nass geschwitzt war die Truppe am Ende des Konzerts am Freitag im vollen Kulturzelt.

Mit einer großartigen Show gibt das französische Ensemble von der ersten Minute an alles. Verwaschen klingende Klangeinspieler von Soundmeister Antoine Toustou werden mit dem deftigen Saxofon- und Klarinettensound von Bühnen-Wirbelwind Camille Chapelière kombiniert, Charles Delaporte donnert auf dem Elektro-Kontrabass Tieftöne ins Parkett, Arnaud Vial legt auch mal ein Rockgitarrensolo hin, und Paul Marie Barbier bearbeitet wie ein Jahrmarkt-Magier abwechselnd das Vibrafon, das nostalgische Saloon-Piano und das Schlagzeug.

Mit Hochdruck knallen die sechs ihre verführerische Mischung aus Jazz-, Chanson-, Gipsy- und Elektrosounds von der Bühne. In fast immer rasendem Tempo werden die Klangstile in eine unwiderstehliche Melange geschmolzen, die erstaunlich abwechslungsreich arrangiert ist.

Mal sitzt Zoe Colotis in Divenpose kokett auf einem Barhocker, nur um in der nächsten Minute wieder über die Bühne zu toben und wilde Tanzeinlagen einzubauen. Eine der wenigen Balladen im Spieluhr-Stil mausert sich nach wenigen Minuten zu Elektropunk. Die zierliche Frontfrau holt sogar drei Zuschauer aus der ersten Reihe hoch auf die Bühne, und die jungen Männer geben einen Song lang tolle Background-Tänzer ab.

Immer wieder animiert die Band die begeisterte Zuhörerschaft zum Mitsingen, etwa beim suggestiven 70er-Jahre-Klassiker „Black Betty“, zum Mitklatschen und vor allem zum Hüpfen. Das Zelt soll definitiv zum Kochen gebracht werden, und zwischen Pogo und Bouncen schaukelt sich schließlich die kollektive Begeisterung so hoch, dass das Kasseler Kulturzelt fast abzuheben scheint.

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