Das Kulturzelt-Programm zur dOCUMENTA 13

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Hubert von Goisern kommt gleich zweimal, am 15. und 16. August ins Kulturzelt

Im documenta-Jahr überrascht das Kulturzelt mit einem ausgesprochen jungen und musikalisch richtungsweisendem Programm.

Eine neue Generation Singer/Songwriter, "Elektronisches" aus Deutschland, Skandinavien und England und Pop aus Mexiko wollen entdeckt werden.

Freitag, 6. Juli: The Urban Mash Up All Stars (D, I, Ghana)

Urban Mash Up All Stars? Nie gehört! Das ist auch kein Wunder, denn es handelt sich hier um einen Zusammenschluss von Spitzenmusikern, die zum Kulturzeltauftakt eine Funky-Party zelebrieren wollen. Die Johnny Blazers (Bläsersektion von Jan Delay) sind dabei, Haze (Bassist von Joy Denalane) und der Gitarrist Ferdinand Kirner (Max Herre). Ans Mikrofon treten bei diesem Konzert ohne Pausen Cassandra Steen (ehem.Glashaus), die mit Adel Tawil (Ich + Ich) im Duett „Ich bau Dir eine Stadt“ sang, Y’akoto aus Ghana, deren Stimme durchaus mit der von Erykah Badu verglichen werden darf und Fetsum, Background-Sänger bei Peter Fox, Patrice und Freundeskreis. Gut möglich, dass diese Mucker zur Auftakt-Party noch Besuch von Freunden bekommen, die dann auch noch das ein oder andere Stück beisteuern. Eine fröhliche Party ist auf jeden Fall garantiert.

(Eintritt: 24/26 Euro - HNA-Kartenservice)

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Das schreibt die HNA übers Konzert

Samstag, 7. Juli: Agnes Obel (Dänemark)

Bekannt wurde sie in Deutschland durch ihren Song „Just so“. Von T-Mobile für einen Werbeclip ausgewählt, hielt sich das Stück gleich für neun Wochen in den Hitparaden. Agnes Obel erzählt, dass sie viele ihrer Kompositionen im Schlafzimmer schreibt. Vielleicht kommt daher die anheimelnde Stimmung ihrer Songs, die mal ein bisschen nach Folk, manchmal aber auch nach Schubert klingen.
(Eintritt: 22/24 Euro - HNA-Kartenservice)

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Das schreibt die HNA übers Konzert

Sonntag, 8. Juli: Nils Landgren Quartet (Schweden)

Was haben Abba, Ikea und Nils Landgren gemeinsam? Das Quartett aus Stockholm prägte zunächst die schwedische undspäter die europäische Pop-Kultur. Das Möbelhaus aus der Provinz Smaland prägte zunächst die schwedische und später die europäische Wohnkultur. Und so machte es Nils Landgren mit dem Jazz. Der Mann mit der roten Yamaha-Trompete ist  ein Stammgast im Kulturzelt, aber immer wieder für eine Überraschung gut. Nach viel Funk beim letzten Mal wird’s diesmal in der Quartettformation wieder jazziger.
(Eintritt: 24/26 Euro - HNA-Kartenservice)
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Das schreibt die HNA übers Konzert

Mittwoch, 11. Juli: Daniel Lanois (Kanada)

Das Konzert von Daniel Lanois wurde vom Management des Künstlers ohne weitere Begründung abgesagt.

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Donnerstag, 12. Juli: Hugh Masekela (Südafrika)

Neben Miriam Makeba und Manu Dibango ist er der dritte große Botschafter südafrikanischer Musik. Bei Hugh Masekela, der mit Miriam Makeba verheiratet war, liegt allerdings der Schwerpunkt auf Fusion-Jazz und Rhythm and Blues, dieer mit Afrobeats und Musik der Townships zu einem faszinierenden Flow verbindet – man könnte seine Kompositionen auch als Balladen bezeichnen. Masekela, der auf einer Trompete von Louis Armstrong das Trompetenspiel lernte, hatte seinen ersten großen Hit mit dem Evergreen „Grazin in the Grass“. Ein Top-Hit in den Dance-Charts war „Don’t go lose it Baby“. Er produzierte das Broadway-Musical „Sarafina“ und tourte mit Paul Simon auf dessen Graceland-Tournee. „Unsterblich“ wurde Masekela aber in seinem Heimatland mit „Bring him back home“, der Hymne für die spätere Freilassung Nelson Mandelas.

(Eintritt: 20/22 Euro - HNA-Kartenservice)
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Das schreibt die HNA über das Konzert

Freitag, 13. Juli: Rainald Grebe (D)

Vielleicht schreibt er auch noch mal eine Hymne über die documenta-Stadt Kassel – der diesjährige Sommer böte sich ja an. Rainald Grebe wurde bekannt durch seine musikalischen „Liebeserklärungen“ an Brandenburg („Im Adlon ist heute Nacht Hillary Clinton / in Schwedt kann Achim Mentzel das Autohaus nicht finden“) und Thüringen, ein Stück, aus dem er Dank des gekonnten Umgangs mit dem „ü“ ein Werk von Bach’scher Dimension hingelegt hat. Seine Auftritte wirken, als wäre alles spontan, dabei sind sie hart geprobt, seine Einfälle notiert er auf Zetteln, die er in seiner Wohnung verteilt, um dann zwischen den einzelnen Notizen zu wandern. Ein Satz hier, ein Satz dort und plötzlich wird daraus ein Lied, das zum Beispiel „Lass die Kerne in den Oliven“ oder „Handtaschentanz im Haus der Kulturen der Welt“ heißen kann.
(Eintritt: 20/22 Euro - HNA-Kartenservice)
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Das schreibt die HNA über das Konzert

Alle Kulturzeltkünstler im Überblick

Die Künstler der Kulturzelt-Saison 2012

Samstag, 14. Juli: Whitest Boy Alive (Norwegen)

Erlend Oye ist ein vielbeschäftigter Mann. Ob alsKings of Convenience-Mitglied, gelegentlicher Sänger bei Röyksopp oder als DJ – was er auch immer macht, macht er perfekt. Das gilt auch für sein Wohlfühl-Projekt Whitest Boy Alive: Unglaublich lässige elektronische Musik, bei der nichts vorprogrammiert ist sondern alles im Augenblick des Konzertes entsteht. Nicht nur Nerds werden dabei mitunter ganz melancholisch.
(Eintritt: 30/32 Euro - HNA-Kartenservice)

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Das schreibt die HNA über das Konzert

Sonntag, 15. Juli: Nneka (Nigeria)

HipHop aus Nigeria. Die Sunday Times schrieb über Nneka, sie sei „Lauryn Hills legitime Nachfolgerin“. Inihrer Jugend wurde Nneka von den Kompositionen von Bob Marley und ihres Landsmanns Fela Kuti beeinflusst. Doch es waren Rapper wie Mos Def, Talib Kweli und Mobb Depp, deren Styles Nneka dazu brachten, selbst das Mikro in die Hand zu nehmen. Das Ergebnis: Eine sehr persönliche Mischung aus HipHop, Dub und viel Gefühl.
(Eintritt: 20/22 Euro - HNA-Kartenservice)

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Das schreibt die HNA über das Konzert

Mittwoch, 18. Juli: Fatoumata (Mali)

Ihre Eltern stammen von der Elfenbeinküste, geboren wurde Fatoumata Diawara im westafrikanischen Mali, heute lebt sie in Paris. Und wie in diesem Lebenslauf vereint sie auch musikalisch zwei Welten: Die Folktradition ihrer afrikanischen Heimat und die Rock- und Popmusik aus den europäischen Metropolen. Nick Gold, der schon den legendären Buena Vista Social Club und auch Fatoumatas Landsmann Ali Farke Touré produzierte, leitete auch die Aufnahmen zu ihrem Album „Fatou“. Bass spielte unter anderem Led Zeppelin-Legende John Paul Jones, ihre Single wurde von den britischen Sound-Tüftlern Hot Chip remixt. Viel Ehre für eine Debütantin.
(Eintritt: 20/22 Euro - HNA-Kartenservice)

Zur Website von Fatoumata (französisch)

Das schreibt die HNA über das Konzert

Donnerstag, 19. Juli: Osaka Monaurail (Japan)

Auch die Japaner haben den Funk, in diesem Fall sogar einen, der an die Urgewalt der Rhythmus- und Bläser-Sektion der legendären James Brown Begleitband „The JBs“ erinnert. Nach deren Stück „It’s the JBs Monaurail“ haben sich die neun Musiker  von Osaka Monaurail auch benannt. Vor sechs Jahren widerfuhr ihnen die Ehre, Marva Whitney, besser bekannt als „Soulsister No. I“ oder „The First Lady of Funk“ auf deren Japan-Tournee zu begleiten. Die Lady aus Kansas City war eine der „James Brown Original Funky Divas“. 2008 kam es zu einer weiteren gemeinsamen Tournee. Da bahnt sich eine heiße Nacht im Kulturzelt an.

(Eintritt: 18/20 Euro - HNA-Kartenservice)

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Das schreibt die HNA über das Konzert

Freitag, 20. Juli: Bob Geldof (Irland)

Bob Geldof, da war man sich gleich nach der Bekanntgabe einig, ist mehr als "nur" ein Ersatz für den erkrankten Eric Burdon, der seine Tournee aus Gesundheitsgründen absagen musste.  

Bob Geldof

Der irische Musiker Bob Geldof war zwischen 1977 und 1994 Frontmann der Boomtown Rats, seit 1986 ist er mit verschiedenen Formationen "solo" unterwegs. Geldof war Hauptinitiator des Projekts Band Aid und den weltweiten Benefiz-Konzerten Live Aid am 13. Juli 1985, Band-Aid-II und Band Aid 20 in den Jahren 1989 und 2004, zugunsten der hungernden Bevölkerung Afrikas.

Für sein Engagement wurde er 1986 von Königin Elisabeth II. zum Knight of the British Empire geschlagen, darf den Rittertitel "Sir" als Ire aber nicht tragen.

Zu den größten, von Geldof geschriebenen Hits zählen "I don't like Mondays", "Banana Republic", "Like Clockwork" und "The Great Song of Indifference".

(Eintritt: 30/32 Euro - HNA-Kartenservice)

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Das schreibt die HNA über das Konzert

Samstag, 21. Juli: Max Prosa (D)

Zu Beginn dieses Jahres war er noch ein Geheimtipp. Inzwischen sieht in ihm halb Deutschland den jungen Bob Dylan. Das mag zum einen daran liegen, wie Max Prosa sich gibt: Junger Musiker, Anfang 20, Strubbelhaar, Akustikgitarre und Mundharmonikahalter um den Hals. Wenn man dann einen Song aber auch noch „Visionen von Mary“ nennt, sollte man sich über den Vergleich mit dem „Godfather“ alle Singer/Songwriter nicht wundern. Max Prosa hat nichts mit Gefühlsterroristen wie Tim Bendzko gemein, er ist auch anders als all seine allzu abgewogen textenden Kollegen, die immer so tun, als wäre das wahre „Feeling“ auf ihrer Seite. Was ihnen zwar immer wieder die schönsten Mädchen in die Konzerte bringt, auf die Dauer aber etwas eintönig/-silbig wirkt. Deshalb: Auf zu neuen deutschen Klängen! Auf zu Max Prosa!
(Eintritt: 16/18 Euro - HNA-Kartenservice)

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Das schreibt die HNA über das Konzert

Sonntag, 22. Juli: Raul Midón (USA)

Der exzellente New Yorker Gitarrist, der aufgrund eines Defektes im Brutkasten bereits kurz nach seiner Geburt erblindete, hat nicht mit irgendwelchen großen Namen des Showbusiness (mal irgendwo im Vorprogramm) auf der Bühne gestanden. Raul Midón hat mit ihnen gespielt und gesungen: Shakira, Jennifer Lopez, Christina Aguilera, Ricky Martin, Julio Iglesias und José Feliciano. Steve Wonder schrieb einen Song für ihn („A world within a world“) und Jazz-Größen wie Paquito D’Rivera, Jeff Back oder Herbie Hancock schätzen die Zusammenarbeit mit ihm. Live braucht Midón nicht mehr als seine Stimme und seine Gitarre. Daneben ist es seine Präsenz, die die Zuschauer in ihren Bann schlägt, denn die hat eine äußerst positive Wirkung. „Ich mag halt gute Melodien und einen hohen Wiedererkennungswert“, sagt er.
(Eintritt: 22/24 Euro - HNA-Kartenservice)

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Das schreibt die HNA über das Konzert

Mittwoch, 25. Juli: Julieta Venegas (Mexiko)

Popularmusik aus Mexiko. Julieta Venegas ist in ihrem Heimatland und den benachbarten Ländern ein richtiger Popstar. Einer, mit dem MTV auch schon mal ein Unplugged-Album macht, weil ihre Ohrwürmer akustisch begleitet genau so gut klingen wie mit einer (Free) Electric Band. Die Mischung macht es halt: Eine sympathische Stimme, Melodien, die ins Ohr gehen, Folk- und Pop-Einflüsse gut aufeinander abgestimmt, was nicht nur für die Kompositionen sondern auch für die eingesetzten Musikinstrumente gilt. Man kann sich gar nicht satt daran hören.
(Eintritt: 18/20 Euro - HNA-Kartenservice)
Zur Website von Julieta Venegas

Das schreibt die HNA über das Konzert

Donnerstag, 26. Juli: Roberto Fonseca (Kuba)

Diesen Ausnahme-Pianisten in Kassel noch vorzustellen ist in etwa so, als würde man in einem Kloster die Geschichte von Christi Geburt vortragen. Drei Mal spielte Roberto Fonseca bereits im Kulturzelt, zuerst als Pianist in der Band von Cachaito Lopez (Wer wird je den Auftritt vergessen, an dessen Ende auch noch Omara Portuondo auf die Bühne kam und das Kulturzeltpublikum zum Ausflippen brachte?), danach zwei Mal in eigener Sache. Dies waren nicht weniger denkwürdige Abende mit einem der besten Jazzpianisten unserer Zeit, für ihn aber wohl eine Selbstverständlichkeit, denn bereits im Alter von 15 Jahren war Fonseca die Sensation beim internationalen “Jazz Plaza”-Festival in Havanna (Kuba). Der Mann kennt halt seit seiner Jugend nur Überdurchschnittliches.
(Eintritt: 24/26 Euro - HNA-Kartenservice)

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Das schreibt die HNA über das Konzert

Freitag, 27. Juli: Jane Birkin (Frankreich)

Das Konzert fällt aufgrund einer längerfristigen Erkrankung der Künstlerin aus.

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Samstag, 28. Juli: Lamb (GB)

Dieses Konzert ist einer der signifikantesten Beweise dafür, wie sehr sich das Kulturzelt in diesem Jahr der Musik einer neuen Generation öffnet. Lamb kommen aus Manchester, wurden 1996 gegründet, waren zunächst noch stark von Drum’n’Bass und Jazz beeinflusst, zählten nach ihrer Debut-Single „Cotton Wool“ zu den Wegbereitern des Trip-Hop. 1997 erschien ihr Debütalbum, schlicht "Lamb" betitelt, das sie auf einer Tour mit Galliano vorstellten. Ihre Symbiose aus einer Jungle-und Breakbeat-orientierten Basis und Louises jazziger Schmeichelstimme beschert ihnen von Beginn an eine treue Fanbasis. 2004 kündigten Lamb eine künstlerische Pause an. Seit 2009 stehen sie wieder gemeinsam auf der Bühne. Ihr letztes Album, „Five“, ist beim Auftritt im Kulturzelt dann genau ein Jahr alt.
(Eintritt: 20/22 Euro - HNA-Kartenservice)
Zur Website von Lamb

Das schreibt die HNA über das Konzert

Sonntag, 29. Juli: Rebekka Bakken (Norwegen)

Für ihr erstes Album „The Art of How to Fall“ erhielt Rebekka Bakken 2003 bereits vom Deutschen Phonoverband einen Preis für das beste Jazz-Album. Das hinderte sie jedoch nicht daran, der Jazz-Musik in langsamen Schritten Adieu zu sagen und sich auf eine musikalische Suche zu sich selbst zu begeben, deren bisherige Höhepunkte die Alben „Morning Hours“ (2009) und „September“ (2011) waren. Was diese Alben auszeichnet, ist ihre Gelassenheit und Natürlichkeit. Man möchte sie eher unter weibliche Singer/Songwriter einordnen, wobei das „weiblich“ nicht nur für ihr Geschlecht steht. Denn die Rebekka Bakken von heute versprüht eine sehr weibliche Sinnlichkeit und Emotionalität, bekennt sich aber auch zu ihren skandinavischen Wurzeln. Da wirkt dann auch ein Bruce Springsteen-Song wie „The Wrestler“, als wäre es ein Stück von ihr.
(Eintritt: 24/26 Euro - HNA-Kartenservice)

Zur Website von Rebekka Bakken

Das schreibt die HNA über das Konzert

Mittwoch, 1. August: Eric Bibb/Habib Koitè (USA/Mali)

 „Ich habe die Musik von meinen Eltern übernommen, die hatten sie von meinen Großeltern und die wiederum von meinen Urgroßeltern“, sagt Habib Koitè. Natürlichen reichen die Wurzeln des Griot-Musikers noch viel weiter zurück. Das in ihm versammelte musikalische Erbe machte ihn zu einem der einflussreichsten Sänger Afrikas. Auch Eric Bibb hat von seiner Familie musikalisch gelernt, allerdings wie man den Blues spielt und ihn zeitgenössisch interpretiert, ohne seine Folk- und Gospelwurzeln zu vernachlässigen. Für die beiden Musiker war es deshalb nur konsequent, ihre ur-afrikanischen und ur-amerikanischen Einflüsse an einem Abend mit Weltklasse-Gitarrenspiel und gemeinsamen Songs zusammen zu führen. (Eintritt: 20/22 Euro - HNA-Kartenservice)

Zur Website von Eric Bibb
Zur Website von Habib Koitè (französisch)

Donnerstag, 2. August: Fink (GB)

Alles was dieser englischen Musiker macht, hat eine ganz besondere Atmosphäre, vermittelt Intimität und entspringt vermutlich einer großen Ehrlichkeit. Es geht um Beziehungen und Trennungen in den Songs von Fink, doch man täte ihm Unrecht, würde man ihm nur einen weiteren sensiblen Singer/Songwriter sehen. Dazu flirrt zuviel Elektronik durch das Klangbild, tauchen plötzlich Samples auf oder Fink beginnt plötzlich einen lupenreinen Blues inklusive dem mit den Füßen geklopften Rhythmus. Sein „Berlin Sunrise“, so sagt er, habe er wirklich frühmorgens auf einem Balkon in der Bundeshauptstadt geschrieben. Und „Wheels“ widmete er seinem großen Hobby, dem Skateboard-fahren. Das hat er allerdings vorübergehend eingestellt, weil mit den Verletzungen, die er sich dabei zuzog, auch immer Konzertabsagen verbunden waren. Doch sein Traum ist, mit seiner Musik noch soviel Geld zu verdienen, dass er davon einen großen Skaterpark bauen kann. Der soll seine Altersversorgung sein. Hoffen wir, dass es nicht so schnell soweit kommt.
(Eintritt: 20/22 Euro - HNA-Kartenservice)

Zur Website von Fink

Freitag, 3. August: Miss Li (Schweden)

Miss Li kommt aus Borlänge in der Provinz Darlana, einem Umfeld, das auch Bands wie Mando Diao und Sugarplum Fairy hervorgebracht hat. Doch im Gegensatz dazu lässt sich die Sängerin und Pianistin, die im bürgerlichen Leben Linda Carlsson heißt, nicht so schnel musikalisch einordnen. Ihre Mischung aus Rag Time, Chanson, Jazz, Blues und Pop trägt gelegentlich kabarettartige Züge. Die musikalische Unverwechselbarkeit war es wohl auch, die sie dazu trieb, nach ersten künstlerischen Erfolgen gleich drei Alben in einem Jahr zu veröffentlichen – für andere Musiker ein Selbstmordkommando. Doch ihre Songs fanden fortan Einzug in Fernsehserien wie „Grey’s Anatomy“ und „Weeds“. Ihr Song „Bourgeois Shangri-La“ wurde sogar von Apple als Soundtrack für die iPod-Werbung auserkoren. Heute tourt sie nicht nur durch Skandinavien sondern auch durch Russland, Frankreich und die USA. Auf dem Weg gibt es einen Zwischenstop im Kulturzelt. 
(Eintritt: 20/22 Euro - HNA-Kartenservice)

Zur MySpace-Seite von Miss Li

Samstag, 4. August: Charles Bradley and his Extraordinaires (USA)

Charles Bradley hat mit „No Time for Dreaming“ eine der besten Soul-Platten der letzten Jahre veröffentlicht, und das in einem Alter von 62 Jahren. Der Soulsänger aus Gainsville/Florida, der Heimat von Tom Petty (der allerdings zwei Jahre jünger als Bradley ist) fällt in die Kategorie „Deep Soul“. Sein Konzert im Kulturzelt müsste eigentlich lückenlos an den Erfolg von Sharon Jones und den Dap Kings im vergangenen Jahr anknüpfen. Wie Jones hat auch Bradley, Jahrgang 1948, die große Soul-Ära mit Stars wie James Brown, Otis Redding und Wilson Picket erlebt und damit den Aufstieg und Fall dieser Musik in der Publikumsgunst. Und Charles Bradley weiß, wovon er singt. Seinen Vater hat er nie kennengelernt, mit 14 ist er von zuhause abgehauen, hat jahrelang auf der Straße und in Parks übernachtet, hat sich aber nie in seinem Glauben an Gott beirren lassen. Das sind die Lebensgeschichten, aus denen die wahre Soulmusik erwächst. Die kann kein Produzent der Welt einer noch so guten Stimme und Künstlerpersönlichkeit auf den Leib schneidern. Feiern wir für einen Abend die Rückkehr des Soul, so wie er mal wirklich war.
(Eintritt: 20/22 Euro - HNA-Kartenservice)

Zur Website von Charles Bradley

Mittwoch, 8. August: Apparat (D)

Das aktuelle Album von Sascha Ring/Apparat, ist auf Mute-Records erschienen, dem Label von Daniel Miller/The Normal, der in den letzten 30 Jahren unter anderem Künstler wie Depeche Mode, Erasure, Moby, Laibach, Goldfrapp und die Deutsch Amerikanische Freundschaft (D.A.F.) unter Vertrag nahm. Das passt, denn wie seinen Label-Kollegen geht es auch Apparat mehr um Sounds und Klangwelten als um schnöde Beats. Das sieht man auch daran, dass bei ihm neben dem Computer richtige Instrumente zum Einsatz kommen: Klavier, Gitarren und die menschliche Stimme. Die Musik umhüllt einen wie ein Cocoon, man fühlt sich wohl darin, weil alles atmosphärisch stimmig ist. Mit diesem Sound zählt Apparat heute weltweit zur ersten Liga der Elektro-Künstler mit Auftritten von Shanghai bis San Francisco

(Eintritt: 22/24 Euro - HNA-Kartenservice)
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Donnerstag, 9. August: Dillon (Brasilien)

Dominique Dillon de Byington, Künstlername: Dillon, geboren in Brasilien, lebt und arbeitet in Berlin. Mit ihrer Musik erfüllt sie eine schon fast vergessene Sehnsucht nach Singer/Songwriter-Pop made in Germany. Dillon flirtet nicht mit der Tanzfläche, bei ihr trifft songschreiberische Gediegenheit auf Chanson-Zauber und das ohne jegliches Pathos. So singt sie über von Liebe verknotete Spaghetti-Beine, Spaziergänge im Herbst und die Zahnbürste des (ehemaligen) Freundes. Wer jetzt aber glaubt, hier käme die deutsche Variante zur amerikanischen Harfenspielerin und Sängerin Joanna Newsom, dem sei gesagt, dass Dillon ihre Musik auf dem kleinen aber feinen Bpitch Control-Label – Chefin: Ellen Alien – veröffentlicht, das schon Paul Kalkbrenner und Modeselektor zu Triumphzügen verhalf. Das Etikett „süßes Indie-Girl“ greift also mitnichten

(Eintritt: 18/20 Euro - HNA-Kartenservice)

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Freitag, 10. August: Gabby Young & Other Animals

Wo immer Gabby Young mit ihren Mit-Tieren auftaucht, erzeugt sie wahre animalische Begeisterung – so auch im vergangenen Jahr im Kulturzelt, als sie das Eröffnungskonzert bestritt. Das achtköpfige Ensemble wirft sich auf das gesammelte Erbe des Jazz, des Gypsyfolk und der Swing- und Unterhaltungsmusik längst vergangener glanzvoller Epochen und macht daraus eine Art Honkytonk-Musik von heute: Warme, swingende, manchmal auch ziemlich exaltiert nach vorn preschende Kabarettsongs werden getragen von einer Instrumentaltruppe aus Banjo, Klarinette, Kontrabass, Akkordeon, Barpiano und der unverzichtbaren Blechblasfraktion. Zusammengehalten wird dieses Soundkonglomerat von Gabby Youngs rauchiger Stimme, die mehrere Oktaven umfasst – ganz wie bei ihrer Schwester im Geiste, Nina Hagen.

(Eintritt: 20/22 Euro - HNA-Kartenservice)

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Samstag: 11. August: Johannes Oerding (Deutschland)

Er ist ein hoffnungsvoller Romantiker, der mit seinen Singer- und Songwriter-Qualitäten der deutschsprachigen Musikszene einen frischen Glanz verpasst. Johannes Oerdings Soul- und Pop-infizierte Songs sind voll mit Emotionen, wie sie ein jeder von uns in sich trägt. Seine Themen: Niederlagen, Hoffnung und Liebe. Sein Kunststück: Er verwendet kein Wort zuviel und keine Silbe zuwenig, um die Dinge auf den Punkt zu bringen. Das Hamburger Urgestein Udo Lindenberg attestierte dem Wahl-Hamburger Oerding eine „Kehle aus Gold“. Johannes Oerding weiß, wie man sein Publikum unterhält und bindet es geschickt in sein Programm ein. Das macht den Reiz seiner Konzerte aus. Und natürlich Songs wie "Die Tage werden anders sein", "Ich will dich nicht verlieren" oder "Engel".

(Eintritt: 20/22 Euro - HNA-Kartenservice)

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Sonntag, 12. August: Boy (Deutschland)

Kennengelernt haben sich die Schweizerin Valeska Steiner und die Hamburgerin Sonja Glass beim Kontaktstudiengang „Popkurs“ an der Hamburger Musikhochschule. Lange schien es, als ob aus dem Plan, gemeinsam Musik zu machen, nichts werden würde, doch dann kam eines zum andern: Immer mehr Zuhörern gefielen die eingängigen, unbeschwerten Pop-Nummern des Duos, darunter auch den Talentsuchern von Herbert Grönemeyers Grönland-Label, die einen Plattenvertrag anboten. Sie hatten ganz offensichtlich den richtigen Riecher, denn „Mutual Friends“, das Debütalbum von Boy, gilt seit seinem Erscheinen im September 2011 als eines der großen Konsensalben, von dessen Qualitäten Kritiker wie Fans gleichermaßen schwärmen. Dass sich das Zwei-Mädel-Duo ausgerechnet Boy nannte, ist typisch für den Humor der Beiden. Namensgeber könnte aber auch ein Song auf ihrem Debütalbum mit dem Titel „Oh Boy“ sein. Der wiederum handelt von einer Stadtschönheit, die alle Männer abblitzen lässt. Die Konzerte der ersten Boy-Tournee im Herbst 2011 waren übrigens überall ausverkauft. Warum sollte das im Sommer 2012 anders sein, zumal Boy ja eigentlich auch Sommermusik spielen.

(Eintritt: 22/24 Euro - HNA-Kartenservice)

Zur Website von Boy

Mittwoch + Donnerstag, 15. + 16. August: Hubert von Goisern (Österreich)

"Wenn d’sun wieder kimmt und da Schnee wegga rinnt und dein Schuach dann im Gatsch drin’ versinkt, ja dann schwimmst so dahin. Und es schwimmt all's so vorbei z'erst da März, da April und dann is eh schon wieder Mai und a da Summa, ", singt Hubert von Goisern in „Es is wias is“ über den Frühling und die Vorfreude auf den Sommer. Das Stück ist auf seinem aktuellen Album „Entwederundoder“ und so lautet auch das Motto seiner Tournee. Vorausschauenderweise wurde fürs Kulturzelt gleich zwei Auftritte gebucht, da das Konzert des Alpenrockers im vergangenen Jahr im Nullkommanichts ausverkauft war und viele ihn gerne erlebt hätten. Etwas kleiner ist Goiserns Band geworden, nur noch Schlagzeug, Bass und Gitarre, doch gerade das sorgt für eine heimelige Konzertatmosphäre. Zwar mangelt es weit weg der Alpen mitunter an Verständlichkeit der im oberösterreichischen Dialekt gesungenen Texte, doch das stört Hubert von Goisern nicht. „Jeder soll einfach das hereininterpretieren, was er möchte“, sagt er. Viel wichtiger sei die Musik. Bei „Weit, weit weg“ werden trotzdem alle mitsingen .

(Eintritt: 30/32 Euro - HNA-Kartenservice)

Zur Website von Hubert von Goisern

Freitag, 17. August: Manolito Simonet y su Trabuco (Kuba)

Manolito Simonet ist einer der versiertesten, bekanntesten und erfolgreichsten Pianisten Kubas. Der Musiker aus Camagüey war zwanzig, als er in der Band "Maravilla de Florida" einstieg, eine der führenden Salsaformationen. Seit 1995 hat er aber seine eigene Combo namens Trabuco. Hier wird der Son gefeiert, auch wenn Manolito sich nie neuen Strömungen wie Timba oder Salsaton versperrt. Stets bleiben dabei jedoch der Geist des Son, und seine unbändige Tanzbarkeit erhalten.

(Eintritt: 18/20 Euro - HNA-Kartenservice)

Zur Website von Manolito Simonet

Samstag, 18. August: Bernhoft (Norwegen)

Warum ist sein „C’mon Talk“ nicht längst ein Welthit? Jarle Bernhoft ist zwar in Norwegen längst populärer als a-ha und Marit Larsen, sang im vergangenen Jahr bei der Verleihung des Friedensnobelpreises vor den Mächtigen der Welt, aber so ganz haben sich seine Fähigkeiten als Multiinstrumentalist, Komponist und Texter noch nicht herumgesprochen. Der Norweger, der ein wenig aussieht wie der junge Götz Alsmann, aber mit einer Stimme gesegnet ist wie der reife Ray Charles, hat eine bekannte Technik zu neuem Leben erweckt: Er begleitet sich selbst, spielt auch bei Konzerten alle Gitarren und Rhythmustracks zunächst live ein, um sie dann durch einen Sampler zu jagen und beim Singen so abzurufen, das alles zum richtigen Zeitpunkt erklingt und jeder Song eine „runde Sache“ ist. Man muss es gesehen haben, um es zu glauben, vor allem die Lässigkeit, mit der Jarle Bernhoft dieses One-Man-Band-Wunder inszeniert.

(Eintritt: 22/24 Euro - HNA-Kartenservice)

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Sonntag, 19. August: 17 Hippies (D)

Kaum zu glauben: 17 Jahre gibt es die 17 Hippies mittlerweile und gefühlte zehn davon beenden sie alljährlich die Kulturzelt-Saison. Egal, ob sie ein neues Album am Start haben oder, wie in diesem Jahr, eigentlich gar nicht auf Tour gehen sondern nur ein paar ausgewählte Festival-Gigs bestreiten, hier gehören sie einfach dazu. Gegründet wurde die Band 1995 in Berlin. Die Voraussetzung, ein Mitglied der 17 Hippies zu werden, war lediglich, dass man ein anderes Instrument als die bereits vorhandenen spielen musste. Und so kam es zu der Startbesetzung Ukulele, singende Säge, Gesang, Banjo, Gitarre, Akkordeon und Dudelsack. Mit diesen Instrumenten wollten die fünf Gründungsmitglieder – warum sie den Namen 17 Hippies wählten, weiß keiner mehr – nach eigenen Angaben „traditionelle Musik aus Osteuropa, Frankreich und Amerika in einem Berliner Style interpretieren.“ Tanzbar sollte das alles sein und irgendwie hat sich bis heute nicht viel daran geändert. Neue Mitglieder kamen und gingen, die 17 Hippies nahmen nicht länger nur Alben auf sondern komponierten auch Film und Theatermusik, wurden weltberühmt, spielten beim South by Southwest-Festival in Texas ebenso wie beim Womad-Festival auf den Balearen … und kommen trotz alledem jedes Jahr zum Finale ins Kulturzelt.

(Eintritt: 20/22 Euro - HNA-Kartenservice)

Zur Website der 17 Hippies

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