Kulturzelt: Liebesbotschaft gegen Extremisten

Groove mit Botschaft: Sängerin Nneka. Foto: Schachtschneider

Kassel. Eindringlich, emotional und charismatisch: Sängerin Nneka gastierte im Kasseler Kulturzelt.

KASSEL. Die Band rollt einen atmosphärischen Klangteppich aus, worauf ein ausdrucksstarker Gesang ertönt. Soulig, durchdringend, hoch, dabei melancholisch wie kraftvoll, rau wie jugendlich. Noch ist Nneka nicht zu sehen, doch dann kommt sie auf die Bühne, und die Musik beginnt zu grooven.

So eröffnete die charismatische Sängerin ihr Konzert im gut gefüllten Kasseler Kulturzelt. Es war ein Abend von höchster Intensität. Nneka beeindruckte mit der emotionalen Dringlichkeit, die sie ihrem Mix aus Soul und Reggae gab. Eine Künstlerin, die nicht nur eine tolle Energie ausstrahlt, sondern auch durch ihre Ernsthaftigkeit auffällt.

Die Sängerin ist die Tochter eines Nigerianers und einer Deutschen, wurde in der südnigerianischen Stadt Warri geboren und kam mit 19 Jahren nach Hamburg, wo sie Anthropologie studierte, ehe sie international Karriere machte.

Im Kulturzelt bewegte sich die 35-Jährige lässig-geschmeidig über die Bühne und übermittelte eindringlich ihre Botschaften. Sie setzte sich sogar mit Boko Haram auseinander, also jener islamistischen Terrormiliz im Norden Nigerias, die im Vorjahr dem sogenannten IS Treue geschworen hat. In „Pray for You“ - dem letzten Song vor dem Zugabenblock - hielt die gläubige Christin den Fanatikern die Liebesbotschaft entgegen.

Zur Intensität trug auch die Band bei: Garry Sullivan (Drums), Emmanuel Ngolle Pokossi (Bass), Jonas da Silva Pinheiro (Gitarre) und Nis Koetting (Keyboards) konnten lautstark loslegen, aber auch ganz zurückgenommen spielen. Überhaupt herrschte in den Arrangements eine wohltuende Abwechslung vor. Natürlich gab’s oft einen Reggae-Rhythmus, daneben standen aber Balladen und rockige Elemente. Manches Stück begann leise und steigerte sich in einem großen Crescendo.

Das Publikum wippte im Takt, bedachte Sängerin und Band mit jubelndem Beifall. Von dem 95-Minuten-Konzert konnte man auch eine Botschaft aus einer Zwischenansage mitnehmen. Da hatte Nneka die Verantwortung jedes einzelnen mit der Metapher beschworen: „Let’s plant a forest“ - Lasst uns einen Wald pflanzen.

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