Kulturzelt: Soulsänger Seven riss das Publikum mit

Riss das Publikum im Kulturzelt zu Begeisterungsstürmen hin: Jan Dettwyler alias Seven. Foto: Hoffmann

Kassel. Dass er am Ende seines Konzertes Nenas „99 Luftballons“ gen Kulturzelthimmel schickt, ist eigentlich unnötig.

Seven nämlich hat es absolut nicht nötig, sich der Hits anderer zu bedienen. Die eigenen reichen mehr als aus, um sein Kasseler Publikum am Sonntagabend schier zum Ausflippen zu bringen.

Verübeln will ihm seinen Ausflug in die frühen Achtziger dennoch niemand, vielleicht ist er ja doch ein Muss, immerhin dürfte ein Großteil der Zuhörer nur aufgrund des gemeinsamen Auftrittes mit Deutschlands Pop-Ikone in der TV-Show „Sing meinen Song“ gekommen sein und zuvor nie was von ihm gehört haben. Dabei ist Seven in seiner Heimat längst ein ganz Großer, und das hat er seinem unbändigen Willen zu verdanken. „Mir haben über all die Jahre so viele Menschen gesagt, mit Soul aus der Schweiz würde ich es niemals schaffen, und nun bin ich in Kassel gelandet“, sagt er freudestrahlend und animiert seine Fans mit „Don’t Give Up“, die eigenen Träume einfach konsequent zu leben.

Nie zuvor sei er in Kassel und deshalb auch sehr unsicher gewesen, was ihn erwarten würde. Es ist ein ausverkauftes Zelt, das sich dank sexy Soul, Funk sowie hier und da einer Prise Motown schnell in einen musikalischen Hexenkessel verwandelt.

Will Jan Dettwyler, wie Seven fernab der Bühne heißt, unzählige winkende Hände sehen, bekommt er sie. Hat er Lust zu tanzen, tun es ihm die Kasseler gleich. Zu „Let’s Get On“ steht hier niemand mehr still, es wird getanzt und gesungen, geklatscht und vor Freude auf den Boden gestampft. „Ich muss mein Tour-Logbuch unter Kassel mit den Worten nett, ungewöhnlich und sensationell aktualisieren“, schwärmt der 37-Jährige und korrigiert sich auf Zuruf nur zu gern: „Ja, das hier ist einfach senkassionell.“

Er hat recht, und dass es elf Alben gebraucht hat, um auch in Deutschland Fuß zu fassen, das vermag spätestens jetzt niemand mehr zu verstehen, doch spielt es auch keine Rolle mehr. Seven ist angekommen, nur das zählt. Seine anfängliche Frage, ob es sich bei ihm und Kassel eher um eine kurze Affäre oder doch eine langjährige Beziehung handeln wird, beantwortet sich am Ende des Abends von selbst.

Nächstes Konzert im Kulturzelt an der Drahtbrücke am Mittwoch, 19.30 Uhr: Phela & Tex/ Lola Marsh.

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