Kulturzelt: Standing Ovations für Manu Katché

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Beliebter Gast: Manu Katché trat zum dritten Mal im Kulturzelt auf, und das Publikum war wieder begeistert.

Kassel. Ausverkauft! So war es auf dem Schild am Eingang des Kulturzeltes zu lesen. Wenn die angeblich so sturen Kasseler erst einmal jemanden in ihr Herz geschlossen haben, halten sie ihm offensichtlich unverbrüchlich die Treue.

Folglich könnte Manu Katché, der französische Drummer mit den ivorischen Wurzeln, womöglich zum Konkurrenten der Kulturzelt-Dauergäste 17 Hippies werden, was die Häufigkeit ihrer dortigen Auftritte angeht - immerhin spielte er am vergangenen Samstag bereits sein drittes Konzert in der sommerlichen Location.

Diesmal gastierte der klassisch ausgebildete Perkussionist mit seinem neuen, international besetzten Quartett in dem bestuhlten „heißen“ Konzertzelt, wie er in seinen Moderationen mit charmantem französischen Akzent mehrfach betonte. Dabei erfüllten die vier bestens aufeinander eingespielten Musiker alle Erwartungen des Publikums, wie die mehr als pflichtbewusst beklatschten Soli. Unüblicherweise kam die Band ohne den eigentlich unverzichtbaren Bassisten aus - und er wurde nicht vermisst.

Der britische Pianist/Keyboarder Jim Watson lieferte bei Bedarf die fließenden Tiefton-Läufe und glänzte mehrfach durch Hammond-Sounds im Duo mit dem Schlagzeuger. Die Kompositionen von Katchés bereits vier ECM-Soloalben boten ein melodisch und rhythmisch reichhaltiges Menü mit Jazz als Hauptspeise, gewürzt mit Pop, ein wenig Funk, Samba und Reggae. Makellos bis mitreißend agierten auch der norwegische Saxofonist Tore Brunborg und Luca Aquino an der Trompete.

Nach den Zugaben, beginnend mit einem rockigen Schlagzeug-Solo und krachenden Snaredrum-Schlägen, dankte das faszinierte Publikum dem Quartett mit stehenden Ovationen.

Von Wolfgang Wollek

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