Am Ende eine Kissenschlacht

Kulturzeltbilanz: Perfekter Sommer

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Sie sorgten für wunderbare Kulturzelt-Abende: Die Schweizer Sängerin Sophie Hunger (von links), Colotis Zoé von der französischen Electro-Swing-Band Caravan Palace und der kanadische Pianist Chilly Gonzales.

Kassel. Man könnte meinen, Angelika Umbach und Lutz Engelhardt hätten schon alles gesehen und gehört im Kasseler Kulturzelt, das es nun schon seit 26 Jahren gibt.

Doch dann erlebten die beiden Organisatoren am vorigen Donnerstag das Konzert der französischen Electro-Swing-Band Caravan Palace. Wirklich alle Zuschauer im ausverkauften Zeltbau tanzten, und am Ende gab es sogar eine Kissenschlacht. „So eine Stimmung gab es noch nie“, sagt Umbach. Das Festival an der Drahtbrücke bietet auch nach mehr als einem Vierteljahrhundert noch Neues. Wir blicken zurück auf die gerade abgelaufene Saison.

Angelika Umbach

Die Zuschauer: Mehr als 23.000 Besucher kamen zu den 32 Konzerten, das sind 1300 mehr als im Vorjahr, als es zwei Konzerte weniger gab. Die Hälfte der Abende war ausverkauft. Während andere Festivals in der Region im Hessentagsjahr Besucherrückgänge verzeichneten, fällt die Bilanz an der Drahtbrücke positiv aus. Dabei gesteht Lutz Engelhardt: „Wir hatten richtig Schiss vor dem Hessentag.“

Die Höhepunkte: Immer wieder wurde Angelika Umbach im Lauf des Sommers gefragt, welche Konzerte am besten gewesen seien. Sie nannte dann ihre Top Fünf, die sich ein paar Tage später wieder geändert hatten. „Jeder Tag war ein Fest“, sagt Umbach. Neben Caravan Palace brachten etwa die Schweizer Sängerin Sophie Hunger und der kanadische Pianist Chilly Gonzales das Zelt zum Kochen. Arrivierte Stars wie Jan Josef Liefers räumten ebenso ab wie Newcomer. Unser Rezensent war beispielsweise völlig hin und weg vom dänischen Aufsteiger Lukas Graham.

Das Konzert nach dem Konzert: Die besten Konzerte finden manchmal kein Ende. Caravan Palace spielten am späten Abend nach dem eigentlichen Auftritt noch ein spontanes Exklusivkonzert für die Kulturzelt-Mitarbeiter. Auch Glen Hansard musizierte backstage munter weiter. Lukas Graham überraschte dagegen mit einer eigenen Cocktail-Bar, die er mit nach Kassel brachte. Sein Hit heißt übrigens: „Drunk In The Morning“.

Das Wetter: Die enthusiastischen Fan-Reaktionen auf der Facebook-Seite des Kulturzelts lassen den Schluss zu, dass 2013 die künstlerisch beste Saison in der Festival-Geschichte war. Darüber lässt sich natürlich immer streiten. Meteorologisch stellte das Kulturzelt heuer jedoch tatsächlich einen Rekord auf: Es gab nur einen einzigen Regentag. Der Biergarten war fast immer voll. Wenn es regnete, dann montags oder dienstags, an den Tagen, die traditionell spielfrei sind.

Von Matthias Lohr

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