Ein Kumpel unter Kumpels: Klaus Lages Auftritt in Vellmar

Nur er und seine Gitarre: Klaus Lage bei seinem Auftritt in Vellmar. Foto: Malmus

Vellmar. Lieder wie „Monopoly“ , „Faust auf Faust“ und „1001 Nacht“ haben Klaus Lage in den 80er-Jahren in die Riege der Stars katapultiert. Star-Hits – Begriffe, die einen Menschen zur Marke machen.

Wie berührend ist es doch, wenn einer aus diesen Sphären sich auf der Bühne so greifbar, so menschlich präsentiert, dass nichts anderes als die Erkenntnis reift: Das ist einer wie du und ich.

Am Donnerstag gastierte der in Soltau geborene Künstler, der vor seinem großen Durchbruch einst in Berlin als Erzieher und Sozialarbeiter arbeitete, im ausverkauften Bürgerhaus. „Zeitreisen“ heißt sein aktuelles Programm.

Der Titel sagt es schon: Hier blickt einer zurück. Der 62-Jährige tat es wie ein Kumpel unter Kumpels. Nur er und seine Gitarre. Offen, ehrlich, sympathisch. Zudem mit viel Humor und Gefühl. Wer erwartet hatte, es ginge an diesem Abend ausschließlich um eine musikalische Zeitreise, der wurde überrascht. Im Mittelpunkt stand ein Künstler, der seine Biografie aufblätterte.

Sehr ausführlich und persönlich tat er das und ließ jedem Rückblick ein Lied folgen. Auch von seiner Kindheit erzählte er: „Heute in der Stadt, morgen in einer anderen. Wo war eigentlich mein Zuhause?“ Lage als Jugendlicher: „Pubertät, mittelmäßiger Schulabschluss.“ Mit eigener Rockband nach oben kommen wollen. Besessen von diesem Ziel. Tingeln von Club zu Club. „20 Mark Gage“.

Der Weg nach oben im Rückspiegel betrachtet: „Auf was wollte ich nicht verzichten? Auf dich!“ Späte Einsichten, dass seine Karriere, die vielen Konzerte, nicht „grade gut für eine Beziehung waren“. Melancholische Töne folgen: „Mach sie nicht zu die Tür, zwischen dir und mir.“ Das nächste gesungene Reifezeugnis: „Es hat mit Liebe nichts zu tun.“ Um Habgier, Schampus und Einsamkeit dreht sich das Stück.

Dann die Meilensteine seiner Karriere. Stolz ist er darauf, interpretiert seine großen Hits nun aber wie melancholische Balladen: „1001 Nacht“, „Mit meinen Augen“ –das Publikum singt die Refrains laut mit. Viel Beifall, eine Zugabe.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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