Chöre der Singschule präsentierten das Musical „Kunigunde in Kaufungen“

Kunigunde in Coufunga

Imposante Kulisse: Die jungen Sänger in der Kaufunger Stiftskirche. Foto: Schachtschneider

Kaufungen. Wir schreiben das Jahr 1011. „Coufunga“ wird zum ersten Mal urkundlich erwähnt: Von seiner Majestät Heinrich II. höchstpersönlich, der kurz danach zum römisch-deutschen Kaiser gekrönt wird.

Zu verdanken hat das die kleine Ortschaft der Kaisergemahlin Kunigunde von Luxemburg, die seinerzeit ihren Gatten überredete, einen ihrer Königshöfe von Kassel ins idyllische Kaufungen zu verlegen. Als Dank für eine spätere Genesung lässt Kunigunde dort ein Kloster, die heutige Stiftskirche, errichten, in dem sie nach dem Tod Heinrichs ihren Lebensabend verbringt.

Es hätte für einen künstlerischen Beitrag zur 1000-Jahr-Feier Kaufungens also keinen geeigneteren Ort als die malerische Stiftskirche geben können. Das dachten sich auch Bezirkskantor Martin Baumann und Almut Weingart - er Komponist, sie Texterin des Musicals „Kunigunde in Kaufungen“, das in der voll besetzen Kirche dem gespannten Publikum präsentiert wurde.

Der Mäuse-, Spatzen- und Jugendchor der Evangelischen Singschule Kaufungen fanden sich unter Instrumentalbegleitung zu einem gut 60-köpfigen Ensemble zusammen. In Nonnengewänder, mittelalterliche Trachten und prunkvolle Kaiserrobe gehüllt, erzählten die jungen Darsteller abwechselnd in sehr schön arrangierten weltlichen und sakralen Liedern nebst kurzen Dialogen vom prominenten Besuch des kaiserlichen Ehepaares, zu dessen Ehren damals ein üppiges Festmahl bereitet wurde.

Hand in Hand schritten Philipp Käse als Kaiser und Clara Sophia Mundry als Kunigunde durch das Kirchenschiff, ließen sich huldigen und sangen von ihrer Absicht, ein Gotteshaus errichten zu lassen. In der nächsten Sequenz wurde vom Ableben des Kaisers berichtet. Die untröstliche Kunigunde trat den Ordensschwestern bei.

„Sei nicht traurig“, beschwichtigte ein junger Bursche sein Mädchen. „Der Kaiser war doch schon alt. Er war schon zweiundfünfzig!“ Da ging ein lachendes Raunen durchs Publikum, das am Ende herzlichen Beifall spendete.

Weitere Aufführung in der Stiftskirche: heute, 17 Uhr.

Von Carolina Rehrmann

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