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Syrische und ukrainische Künstler am neuen Standort der Galerie Violett

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Von: Pamela De Filippo

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Berührend: Sherzad Ibrahim thematisiert in seiner Arbeit Krieg und Leid.
Berührend: Sherzad Ibrahim thematisiert in seiner Arbeit Krieg und Leid. © Pamela De Filippo

Die Galerie Violett hat in der Königsgalerie einen neuen Standort gefunden. Mit einer Ausstellung von syrischen und ukrainischen Künstlern öffnet sie erstmals die Türen.

Kassel – Eine Brücke ist die Verbindung von zwei Ufern. Sinnbildlich ist sie aber viel mehr als das: Sie lässt uns Grenzen und Gegensätze überwinden, bringt Menschen verschiedener Herkunft zusammen. Doch manchmal müssen wir Brücken auch abbrechen, um nach vorn zu blicken.

Für die aktuelle Ausstellung der Galerie Violett – am neuen Standort Königsgalerie – könnte es daher kaum einen besseren Titel als „Brücke“ geben: Zehn Künstler aus Syrien und der Ukraine stellen hier gemeinsam aus. Menschen, die ihre Heimat zurückgelassen und in einem fremden Land neu begonnen haben.

Ein Rettungsring und Spielzeugboote, die auf dem Meer treiben. Zerbrechliche Gegenstände, die eine Kollision mit der Naturgewalt unbeschadet überstehen. Die hyperrealistischen Bilder von Alina Hubarenko wecken auch Assoziationen von Flucht, aber auch von Hoffnung. Künstlerin Yuliia Rozentsveih kam im April mit ihren Kindern aus der Ukraine nach Deutschland und ließ alles zurück. Ihre expressiven, leuchtend farbigen Bilder zeigen florale Motive. Eindrucksvoll ist auch das „Großprojekt“ von Ivan Zozulya: Seine „Peacepapers“ sind digitale Kunstwerke, die als Siebdruck für 50 Euro verkauft werden. Ein Teil des Erlöses geht direkt an Menschen in der Ukraine.

Aus Damaskus stammt Kifan Alkarjousli. Seine collagenhaften Gemälde stellen den Menschen mit seiner individuellen Geschichte in den Mittelpunkt. Vergangenheit und Gegenwart, verschiedene Kulturen, vereint in einem Bild.

Von Krieg und Leid erzählt Sherzad Ibrahims Werk: Es zeigt eine elegant gekleidete, aber seltsam starre junge Frau vor tarngrünem Hintergrund, die Enden ihrer Zöpfe sind blutgetränkt. An der Ausstellung beteiligt sind außerdem Arbeiten von Jwan Khalaf, Maya Rabou und Arya Atti (Syrien), Oleksandra Krasavtseva und Oksana Pyzh (Ukraine).

Für die Galerie Violett ist die Ausstellung in der Königsgalerie kein Gastspiel: Sie wird dauerhaft im Obergeschoss einziehen. Für Künstlerin und Galeristin Arya Atti ist dieser Schritt auch ein Weg, mit dem Einbruch in ihre Räume an der Wilhelmshöher Allee im vergangenen April abzuschließen: „Hier fühle ich mich sicher. Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung, die mich von vielen Seiten erreicht hat.“

Service

Bis 30. Dezember in der Galerie Violett, Königsgalerie (Eingang Neue Fahrt), montags bis freitags 14 bis 19 Uhr

Zerbrechliches trifft auf Naturgewalt: Wasser ist das zentrale Element in Alina Hubarenkos Bildern.
Zerbrechliches trifft auf Naturgewalt: Wasser ist das zentrale Element in Alina Hubarenkos Bildern. © De Filippo, Pamela

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