Gruppenausstellung in der Galerie Rasch

Die Kunst und ihre Möglichkeiten

Starke Gegensätze: Aluminiumplastik von Eberhard Fiebig (links) und Ölgemälde von Je Yun Lee. Foto: Gebhardt

Kassel. Unterschiedliche Positionen zeitgenössischer Kunst zeigt die Galerie Rasch in ihrer aktuellen Ausstellung, die schlicht und sinnvoll so heißt, was sie ist: Gruppenausstellung eben. Sie findet zeitgleich mit der documenta statt und präsentiert Malerei, Plastik, Collage und Videokunst.

Zu sehen ist etwa eine diffizil gefaltete Plastik aus Aluminium von Eberhard Fiebig, der in Kassel nicht nur durch das gigantische „Blaue Tor“ an der Mönchebergstraße bekannt ist. Faszinierend auch die beiden Aquarelle der Koreanerin Yun Nam, die irritierende fotorealistische Einblicke in den menschlichen Körper gewährt.

Ebenso verstörend das deformierte Mischwesen der ebenfalls aus Korea stammenden Je Yun Lee. Christine Wassermann aus Kassel setzt sich in ihren Videos mit dem Zeitphänomen auseinander, wobei es ihr um Sichtbarmachung durch extreme Verlangsamung geht, ein Ansatz, den auch die serbische Künstlergruppe Third Belgrade mit ihrem Video aufzugreifen scheint.

Geht es bei diesen beiden um Zeit, so geht es bei Sung Hern Lee um Farbe, Form und vor allem um Raum. Sein abstraktes Bild dröselt sich auf, greift auf die Wand über, wird so ein Teil von ihr. Dustin Schenk hinterfragt die Kultur und collagiert ihre Hervorbringungen neu, während Sven Krolczik die Abbildungsleistung von Malerei hinterfragt.

Ziel sei, so Galerist Tobias Rasch, die Ausstellung einem stetigen Wandel zu unterwerfen, durch Um- und Neuhängung, vielleicht auch durch Entfernen einzelner Arbeiten. Kunst als Wahrnehmungsprozess, Wahrnehmung als Prozess.

Gruppenausstellung. Galerie Rasch, Frankfurter Straße 72. Bis 16. September; Öffnungszeiten: Do bis Sa von 16 bis 19 Uhr.

Von Andreas Gebhardt

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