Jürgen Otten ist neuer Operndramaturg am Kaseler Staatstheater

Jürgen Otten

Kassel. Jürgen Otten hat die Seiten gewechselt. Schon zum zweiten Mal in seinem Leben hat der 48-Jährige, der seit November als neuer Operndramaturg am Staatstheater engagiert ist, die unsichtbare Linie zwischen den Produzenten von Kunst und jenen, die sie schreibend begleiten, überschritten.

Angefangen hat der in Meppen geborene Otten als ausübender Künstler. In Detmold und Würzburg studierte er neben Schulmusik und Germanistik Klavier bis zur künstlerischen Reifeprüfung. Doch wechselte er in den Journalismus. Er schrieb über Musik und Theater, und das für so renommierte Blätter wie die Berliner Zeitung, die FAZ, die FR und die Süddeutsche Zeitung. Auch als Buchautor machte sich Otten einen Namen. Besonders sein 2009 erschienenes Kompendium „Die großen Pianisten der Gegenwart“ sorgte für Aufsehen (Henschel-Verlag).

2011 vollzog Otten erneut einen Wechsel - er ging als Schauspieldramaturg ans Deutsche Nationaltheater Weimar. Die Bühne hatte ihn als Journalisten stets angezogen - nun wollte er aus seiner Beobachterrolle ausbrechen: „Endlich darfst du wieder Kunst machen“, habe er sich gesagt. Seine Arbeit als Dramaturg definiert er so: Er schaue der Regie „mit liebevollem Blick“ über die Schulter und versuche, einige Dinge einzuflüstern. Nun, mit dem Wechsel nach Kassel kann er dies im Musiktheater tun. Seine erste Produktion ist die Mozart-Oper „Così fan tutte“, die am 8. Dezember Premiere hat. Es folgen in dieser Spielzeit Wagners „Tannhäuser“ sowie Brittens „The Turn of the Screw“.

Otten, der seinen Lebensmittelpunkt in Berlin hat, wo seine Frau und seine zwei Kinder leben, ist vom Kasseler Staatstheater angetan: „Ich bin hier sehr freundlich empfangen worden.“ Und er schätzt die Möglichkeiten, die sich ihm hier bieten: „An diesem Haus entstehen grandiose Sachen.“

Von Werner Fritsch

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