Caricatura setzt morgen die Lesereihe „Leuchtender Pfad“ fort

Kunst nicht als Strafe

Thomas Kapielski Archivfoto: Malmus

Kassel. In der Konkurrenz mit Weltkonzernen wie Google ist auch die Kultur für die Kasseler Micromata GmbH ein Thema. „Für uns ist wichtig, dass es in Kassel eine gute Szene gibt“, sagt Geschäftsführer Thomas Landgraf - auch das zähle für Uni-Absolventen, wenn sie sich zwischen Job-Angeboten in verschiedenen Städten entscheiden müssen.

Der Micromata-Chef sponsert also zum zweiten Mal die Reihe „Leuchtender Pfad“ der Caricatura: ein ungewöhnliches Lesungsformat, mit dem er sich selbst und seine Mitarbeiter identifizieren können - schließlich biete auch Micromata „alternative Wege und spannende, individuelle Lösungen“ für Unternehmen wie K+S, VW und DHL. Und wer sich tagsüber in „Wissens-Jobs“ anstrenge, für den, ergänzt Landgraf, sei es genau das Richtige, abends bei einem Bier in der Kneipe zu entspannen.

Genau da setzt die Caricatura an. Locker soll die Atmosphäre sein, „niedrigschwellig“ und einladend für Jüngere, die sonst vielleicht zu Lesungen keinen Zugang haben. Eingeladen werden Autoren, die große Bühnenpräsenz haben und sich in einer Kneipenatmosphäre behaupten können. „Kunst nicht als Strafe, Komik nicht als Qual“, sagt Nils Folckers, der die „Frühjahrsoffensive für neue Literatur“ in der Tradition des Tresenlesens auf Berliner Bühnen zusammengestellt hat. Nicht der Bewusstseinsroman soll es sein, sondern „kurze, schnelle Texte“ - für drei Euro Eintritt („das Sozialticket für radikale Kunst und feinste Literatur“) dank des Sponsorings, das Caricatura-Geschäftsführer Martin Sonntag einen „Glücksfall“ nennt.

Den Auftakt macht morgen, 20 Uhr, der Schriftsteller, Künstler, Musiker und Dozent Thomas Kapielski, dessen Reihe „Gottesbeweise“ (Merve-Verlag) als Sammelband bei Zweitausendeins erschienen ist. Folckers verspricht einen „unglaublich unterhaltsamen, großen Sprachkünstler“.

Nächster Gast ist am 8. April der taz-Blogger, Autor, Liedermacher und Reptilienforscher Heiko Werning („In bed with Buddha“) mit dem neuen Buch „Mein wunderbarer Wedding“. Sarah Schmidt, „eine Frau, die mit allen Wassern gewaschen ist“ (so Caricatura-Sprecher Armin Noll) stellt sich am 6. Mai vor. Das jüngste Buch der Berlinerin heißt „Bad Dates“.

Von Mark-Christian von Busse

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