Regula Rickert stellt im Trafo am Lutherplatz aus

Kunst und Sucht

Bienenstock: Schnapsflaschen dienten als Material für die Skulptur. Foto: Schittelkopp

Kassel. Selten prallen so unterschiedliche Welten aufeinander wie bei der Vernissage von Regula Rickert im Trafo am Lutherplatz. Vor dem Häuschen hat die Trinker- und Drogenszene ihren Treffpunkt. Es wird konsumiert, getrunken und gestritten.

Ein schick gekleidetes Paar, das die Eröffnung besucht, dreht sofort wieder um und tritt den Heimweg an – zu unangenehm erschien ihm die Situation. Doch ein Blick in die Ausstellung „Multiple Vermittlungshemmnisse“ von Regula Rickert lohnt sich. Seit November arbeitete die Kunsttherapeutin an ihren Werken. Ihr ist der Spagat zwischen Kunst und der bedrückenden Szenerie rund um das Trafo gelungen.

„Ich konnte an diesem Ort keine schönen Bilder aufhängen“, sagt Rickert. So arbeitete sie mit dem Material, das in einer Trinkerszene massenhaft anfällt: kleine Schnapsflaschen. Mehrere Skulpturen gestaltete sie damit. Ein Bienenstock aus Fläschchen ist umgeben von kleinen Lavasteinen und Metallketten. „Die Ketten sind ein Symbol für die Sucht“, betont die Künstlerin.

Viele Gespräche führte Rickert mit den Suchtkranken. Auch sie musste Hemmungen überwinden, gibt sie zu. Der Ausstellungstitel „Multiple Vermittlungshemmnisse“ entstammt einem Brief, den ein Drogenabhängiger von der Agentur für Arbeit bekam.

Bis 14. Juni, Mo, Di, Mi 18 bis 21 Uhr, Fr/Sa 14 bis 17 Uhr.

Von Claudia Schittelkopp

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.