Kunsthochschule öffnet zu Rundgang - mit einigen Neuerungen

Kunsthochschule öffnet zu Rundgang - mit einigen Neuerungen

Werbung für den Rundgang: Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Foto: Jürgensen

Kassel. Die Kunsthochschule hat ein turbulentes Studienjahr hinter sich - mit vielen Vakanzen, Wirbel um Besetzungen und Studentenprotesten.

Und wenn Bernhard Balkenhol, der dort seit 23 Jahren Didaktik lehrt, über den alten Streit um die Autonomie der Studiengänge an der Menzelstraße und den Einfluss der Uni-Verwaltung spricht, kann er sich richtig in Rage reden.

Nächste Woche aber soll der Ärger in den Hintergrund treten. Ab Mittwoch, wenn die Kunsthochschule zum Rundgang einlädt, ihrer Jahresausstellung, beginne eine „riesengroße freudige Ausstellung“, sagt Balkenhol: „Was wir geleistet haben, wollen wir feiern.“ Kunsthochschule als „Festsaal“: „Wir brauchen uns nicht zu verstecken.“

Der Rundgang, den Balkenhol mit Christof Lutz leitet, wird bis Sonntag, 17. Juli, dauern. Er ist kürzer und konzentrierter als in den Vorjahren - was Ermüdungserscheinungen verhindern soll -, und er findet wieder in den Gebäuden an der Menzelstraße statt: Dort, wo die Studierenden ihre Arbeiten produzieren, sollen sie diese präsentieren. „Sie sind keine fertigen Künstler, die schon ins Museum gehören.“

Was der Rundgang deutlich machen soll: wie sie interdisziplinär zu eigenständigen Positionen kommen, ohne in feste Abläufe, also „Module“ des neuen Bachelor-Systems, gepresst zu werden. „Künstlerisch-gestalterische Prozesse lassen sich nicht in Zeitraster kategorisieren.“ Vor allem sagt Balkenhol über sich und seine Kollegen: „Die Studenten sollen gerade nicht machen, was wir wollen“ - sondern experimentieren.

Neu ist, dass es einen Online-Katalog (www.rundgang-kassel.de) geben wird, der schon jetzt 700 Einträge hat. Umfangreicher, farbiger und aktueller als die Printfassung, die man ebenfalls bekommen kann - über Books on Demand. Jeder kann auch seinen persönlichen Katalog im Netz zusammenstellen und an einer Print-Station vor Ort ausdrucken.

Neu ist auch, dass das Institut für Musik die Eröffnung mit „interaktiven Klangbildern“ begleiten und ironisch kommentieren wird. Beim Projekt „Strßnmsk“ werden die Musiker in Klassen, Ateliers und Werkstätten zu Gast sein. Erstmals werden sich auch Absolventen, die sich in Kassel selbstständig gemacht haben, unter dem Titel „Markthalle“ im Säulengang vorstellen.

Für Erscheinungsbild und Leitsystem sorgt Prof. Gabriele Franziska Goetz mit ihren Studierenden der Visuellen Kommunikation, etwa mit aufgesprühten, leicht zu entfernenden Markierungen auf den Böden - damit kein Besucher verloren geht.

Eröffnung: 13.7., 19 Uhr.

Von Mark-Christian von Busse

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