Musiker Walach und Maler Sturmhoevel erhalten Kunstpreis

Kasseler Kunstpreisträger: Musiker Markuz Walach (links) und Robert Sturmhoevel vor dessen Bildern. Sie sind noch bis Sonntag im Kunstverein zu sehen. Foto: Koch

Der Musiker Markuz Walach und der Maler Robert Sturmhoevel haben im Kunstverein den Kasseler Kunstpreis der Dr.-Wolfgang-Zippel-Stiftung erhalten.

Kassel. Zwei Feuerzeuge klicken rhythmisch, erleuchten die Schwärze des abgedunkelten Raums, ein Summen setzt ein - mehr braucht es nicht, bis bei Markuz Walach faszinierende Musik entsteht.

Der Student der Fächer Musik und Französisch bekam am Donnerstagabend im vollen Kunstverein im Fridericianum den Kasseler Kunstpreis. Die mit jeweils 5000 Euro dotierte Auszeichnung der Dr.-Wolfgang-Zippel-Stiftung ging außerdem an den Kunsthochschul-Absolventen Robert Sturmhoevel. Dessen Gemälde sind - wie die Ankäufe für die Artothek - bis Sonntag ausgestellt.

Markuz Walach, Jahrgang 1986, wurde für seine „faszinierende Vielfältigkeit und kluge Kreativität“ ausgezeichnet, wie Olaf Pyras als Laudator sagte. Er beschrieb ihn als Ein-Mann-Band, der aus dem Schnipsen eines Feuerzeugs ein „sehr konsequentes auditives und visuelles Werk“ entwickle, aber auch unter anderem Blues-Harp, Snare-Drum und die mit speziellen Tonabnehmern erweiterte akustische Gitarre bediene - was er bei einem weiteren umjubelten Stück unter Beweis stellte: „Markuz ist alles in einem, und das ist unglaublich.“

2013 belud Walach einen Fahrradhänger mit Gitarre und Verstärkern und reiste bis ans Mittelmeer. Gelebt hat er von Straßen-, Bar- und Clubkonzerten. Nun will er sein Studium beenden und eine CD produzieren. Pyras: „Wie es weitergeht, werden wir gespannt verfolgen.“

Die Laudatio für Sturmhoevel übernahm Milen Krastev anstelle des erkrankten Kunstvereinsvorsitzenden Joel Baumann. Er attestierte dem 1983 in Berlin geborenen ehemaligen Meisterschüler von Johannes Spehr eine „konzentrierte, sensible, an Besessenheit grenzende Arbeitsweise“. Mit Arbeiten wie seinen „Porzellanmädchen“, die in abstrakte Kompositionen übergehen, provoziere Sturmhoevel eine beklemmende Stimmung wie seltsame Vertrautheit. Sein Spannungsbogen reiche vom in einer einzelnen Bewegung ausgeführten Pinselstrich bis zur detaillierten Porträtmalerei: „Er scheint unsere innere Raumzeit zu verändern.“

Oberbürgermeister Bertram Hilgen kündigte an, dass ab August Werke der Artothek in angemieteten Räumen am Karlsplatz gezeigt würden. Stiftungsgründer Zippel (1923-1990) „freut sich auf seiner Wolke im Himmel“, so Hilgen, ehe er mit Dr. Wolfgang Schäfer, Vorsitzender des Stiftungsrats, die Förderbescheide überreichte.

Walach dankte dafür, mit wie viel „Herzblut und Liebe zum Detail die Veranstaltung aufgezogen ist“. Dem kann man nur beipflichten.

Die Ausstellung ist geöffnet am Samstag und Sonntag, 11-18 Uhr. 

Fördermittel und Ankäufe 

Fördermittel in Höhe von insgesamt 10 00 Euro gehen an:

• Förderverein Minimal Music

• Forum Komposition

• Jugendsinfonieorchester Kassel

• Susanna Horn

• Kasseler Kunstverein

• KFAK,K (Kunstfenster für aktuelle Kunst, Kassel)

• Komponistinnen und ihr Werk • Netzwerk Theater (Theater Chaosium)

• Osina Trio

• Projektteam Kasseler Atelierrundgang 2015

• Projektteam „Inne-Hallen. Drei Konzerte mit kulinarischem Nachhall“

• Projektteam Nachtkonzerte

• Jan Riesenbeck

• Rotopolpress

• Ralf Stadler und Christoph Steinau

Kunstwerke im Wert von insgesamt 6500 Euro werden angekauft von Angela Ender, Stefan Geyer, Anna Hoffmann, Olga Holzschuh, Benjamin Loch, Yun Nam sowie Walter Peter.

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