Die Show „Mother Africa“ in der Stadthalle

Kunststücke vom heißen Kontinent

Akrobatisch: Yetinayet Melkamu Melese mit Hula-Hoops auf einem Walking Globe. Foto: Malmus

Kassel. Vor dem bunten Spektakel strömte sanfte Poesie aus den Boxen: „Lasst mich ein Lied für meine Mutter singen. Sie ist eine schillernde Muschel, die in der Sonne glänzt – Afrika. Der letzte Gruß der Götter.“ Gut 800 Besucher lockte die Show „Mother Afrika, Circus der Sinne“ am Freitag in die Stadthalle. Sie wurden Zeuge einer wunderbaren Inszenierung.

Mögen kritische Stimmen bei Veranstaltungen dieser Art immer wieder auch von Kultur-Ausverkauf reden – für die Besucher war diese Show ein Kulturgeschenk aus Akrobatik, Musik, Tanz und Lebensfreude. Die gut 35 Mitwirkenden schienen wie von Sonnenlicht aufgeladen. In ihren bunten Kleidern und Kostümen verströmten sie pure Energie und zelebrierten Körperkunst, wie man sie selten zu sehen bekommt,

Begleitet wurden die Akteure von einer Band. Die Musik war Bestandteil der Akrobatik, putschte die Körperkünstler auf, trieb sie an. Musik, Tanz und Bewegung sind im afrikanischen Kulturleben ein untrennbarer Dreiklang und ständig präsent. Auch an diesem Abend. Neben entspannt anzuschauenden Nummern – zwei Tänzerinnen schlugen Rad und ließen dabei Teller rotieren - gab es spektakuläre Akrobatik zum Luftanhalten: Aus Stühlen errichtete ein Artist eine Pyramide und machte einen Handstand auf dem letzten. Über vier Meter Höhe erreicht sein fragiles Bauwerk - es hielt.

Ein weiterer Höhepunkt: Ein junger Mann aus Kenia verbog seinen Körper, als habe er ein Skelett aus Gummi. Auch die Farbenpracht der Kleider spiegelte die Kultur Afrikas wider. Aus Baumwollstoffen sind sie gearbeitet und geschmückt mit Muscheln, Kokosnusssplittern und kleinen Holzelementen.

Fazit: eine mitreißende Show. Akrobatik und Sinnlichkeit vereint. Viel Applaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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