Kunstvoll normal: Matthias Altenburg las als Jan Seghers

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Matthias Altenburg

Kassel. Wie verbringt ein bekannter Krimibuchautor seinen Alltag? Woher nimmt er seine Inspirationen? Auf diese Fragen gibt Matthias Altenburg seit Dezember 2005 in seinem Blog Antworten.

Der aus Baunatal stammende Autor, der als Jan Seghers Krimis veröffentlicht, eröffnete Montag mit seinem Buch „Jan Seghers’ Geisterbahn. Tagebuch mit Toten“ (Rowohlt, 24,95 Euro) die Reihe „Leseland Hessen“ in der Stadtbibliothek.

Die Lesung war keine Krimilesung, und doch gab es mehr Tote als in allen Krimis des Bestseller-Autors zusammen. Eingeleitet wird jeder Eintrag mit Datum, Uhrzeit und Temperaturangabe. Am Ende erwähnt Altenburg Persönlichkeiten, die an diesem Tag Todestag haben. So entstehen oft kuriose Konstellationen, wie sie nur das Leben schreiben kann.

Ist es Voyeurismus oder das Erstaunen darüber, dass ein bekannter Schriftsteller eben auch nur ein ganz normaler Mensch ist, der mit dem Rennrad in die Wetterau fährt? Ein normaler Mensch, der aus Versehen und in Jeans auf der Geburtstagsfeier der Frankfurter Oberbürgermeisterin landet.

Altenburg versteht es auf kunstvolle Weise, seine Leser zu unterhalten, indem er Banalitäten pointiert, alltägliche Absurditäten gekonnt in Szene setzt und auch nur kleine Einträge über Gemütszustände humorvoll zu verpacken weiß.

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