Kurioses zum Eurovision Song Contest: Triumphe und schlechte Briten

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Abba sind immer noch die berühmtesten Grand-Prix-Sieger: Benny Andersson (von links), Anni-Frid Lyngstad, Agnetha Fältskog und Björn Ulvaeus freuen sich 1974 im englischen Seebad Brighton über ihren Triumph mit „Waterloo“.

Genau genommen ist der Eurovision Song Contest (ESC) ein Witz. Schließlich kann es nur schiefgehen, wenn Millionen Menschen ganz seriös ihren Lieblingstitel wählen sollen. Deshalb darf man auch den Grand Prix in Düsseldorf nicht bierernst nehmen.

Die passende Einstimmung auf das morgige Finale ist das witzige Büchlein „Ein bisschen Wahnsinn“, das „wirklich alles zum Eurovision Song Contest“ zusammenträgt. Wir haben einige Kuriositäten ausgewählt.

Die Startposition: Aus der 17 wird oft die 1. In der 55-jährigen Geschichte des größten Musikwettbewerbs der Welt holten bereits sechsmal die Künstler den Sieg, die als 17. ins Rennen gingen. In den vergangenen Jahren waren meist die hinteren Startpositionen erfolgreich. In Oslo sang Lena etwa als 22. von 25 Interpreten. In Düsseldorf ist sie als 16. an der Reihe - mit dieser Nummer (sowie mit der 2, der 21 und 25) gewann noch nie jemand.

Die Siegel-Formel: Auch wenn es seine Kritiker nicht gern hören - Ralph Siegel ist ein Mann der Superlative. Der Komponist war 19-mal mit einem Lied beim ESC dabei. Das gelang keinem anderen. Neben dem Triumph mit Nicole und „Ein bisschen Frieden“ schaffte er es noch fünf weitere Male unter die ersten drei. Sein Erfolgsrezept: Der heute 65-Jährige verarbeitete meist populäre Stile - so 1979 den Discosound mit „Dschinghis Khan“, 1994 bombastische Synthesizer in „Wir geben ’ne Party“ und 1999 den Ethnopop in „Reise nach Jerusalem“. Anders als oft gedacht war jedoch nicht Siegel der erste deutsche Komponist, der den Grand Prix gewann, sondern Klaus Munro, aus dessen Feder „Aprés toi“ stammt, Vicky Leandros’ Siegertitel von 1972 für Luxemburg.

Der Grand-Prix-Opa: Ältester Teilnehmer in der Geschichte des ESC war der Kroate Ladislav Demeterffy, der 2008 in Kiew mit 75 Jahren und der Band Kraljevi Ulice Viertletzter wurde. Zu dem Song „Romanca“ rappte der einstige Seefahrer unter dem Künstlernamen 75 Cent, was eine Anspielung auf den HipHopper 50 Cent sowie sein Alter war. Demeterffy starb im vergangenen November mit 77 Jahren.

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Mehr als die EU: Veranstalter des ESC ist die European Broadcasting Union (EBU). Der Rundfunkunion mit Sitz in Genf gehören derzeit 75 aktive Mitglieder (wie ARD und ZDF) aus 56 Ländern an - darunter auch Israel und die Türkei. Vielleicht nehmen in der Zukunft einmal Ägypten, Libyen und der Vatikan am Grand Prix teil, denn auch sie sind EBU-Mitglieder.

Das Mutterland des Pop als Sorgenkind: In den vergangenen Jahren schämte man sich meist fremd für die Teilnehmer aus Großbritannien. Am erfolglosesten war 2003 das Duo Jemini in Lettland. Im mit 26 Teilnehmern bis heute stärksten Finalfeld bekamen Gemma Abbey und Chris Cromby für „Cry Baby“ nicht einen einzigen Zähler. Wegen Akustikprobleme sangen Jemini auch noch schief. Heute lachen Abbey und Cromby über ihr Fiasko in Riga und meinen, dass man sich noch lang an sie erinnern werde. Stimmt: als größter Witz in der ESC-Geschichte.

Lektüretipp: Clemens Dreyer, Claas Triebel, Urban Lübbeke: Ein bisschen Wahnsinn - Wirklich alles zum Eurovision Song Contest. Verlag Antje Kunstmann, 176 Seiten, 12 Euro. Wertung: fünf von fünf Sternen

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