Kabarettist Gerd Dudenhöffer alias Heinz Becker in der Kasseler Stadthalle

Lachen wie ein Wäschetrockner

Trockener Humor mit Nadelstichen: Gerd Dudenhöffer alias Heinz Becker in der Kasseler Stadthalle. Foto: Fischer

Kassel. „Ein Freund von mir“, sagt Gerd Dudenhöffer, „hat einen Schäferhund namens Bdolf. Würde er ihn Adolf nennen, müsste er das Hundetraining wahrscheinlich gleich beim Verfassungsschutz absolvieren.“ Bei einer solchen Ladung von schwarzem Humor konnte sich am Samstag kaum noch jemand im fast ausverkauften blauen Saal der Stadthalle Kassel auf den Sitzen halten.

Kabarettist Gerd Dudenhöffer alias Heinz Becker braucht für seine Bühnen-Show nicht viel. Ein simpler Holzstuhl und Dudenhöffers sparsame Gestik sind Teil einer perfekt inszenierten Show unter dem Titel „Kosmopolit“.

Etwa wenn der Saarländer mit der charakteristischen Schiebermütze über die deutsche Wiedervereinigung lästerte und sich und das Publikum fragte: „Warum haben die die Mauer abgerissen? Die war doch noch gut!“ Später wagte er eine Prognose: „Wenn drüben alles fertig renoviert ist, bauen sie die Mauer wieder auf und die Pullover werden wieder zu uns zurückgeschickt.“

Doch auch die aktuelle Politik in der Person des Außenministers Guido Westerwelle bekam bei ihm ihr Fett weg. So sei es früher notwendig gewesen, sein Fach zu beherrschen, während man heute nur sagen könne: „Diesen Mann kann ich Ihnen wärmstens empfehlen.“

Hilde ist „Missglückt“

Wenn er nicht über Politik redete, dann über die Figuren seiner beliebten Fernsehsendung „Familie Heinz Becker“. So nannte er seine fiktive Ehefrau Hilde nicht „Miss Germany“ oder „Miss World“, sondern „Missglückt“. Ob Weltwirtschaftskrise oder Steuersünder-CD - Gerd Dudenhöffer verstand es, das Publikum mit seinem trockenen Humor zu erheitern und gleichzeitig kritische Nadelstiche zu setzen.

Reaktionen des Publikums bezog er an diesem Abend nur ein einziges Mal in seine Vorstellung mit ein, als er das Lachgeräusch der Zuschauer mit den Tönen seines defekten Wäschetrockners verglich. Großer Beifall.

Von Sebastian Krämer

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