Das Comedy-Duo begeisterte das Publikum mit derben Sprüchen

Mundstuhl: Mit Lärm in die Zotengrube

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Mit Kittel und Perücke: Ande Werner (links) und Lars Niedereichholz als Peggy und Sandy.

Vellmar. Gäbe es sie nicht, man müsste sie unbedingt erfinden. Zumindest für die Bühne - in der Realität und im Nachmittags-TV gibt es verbale Dumpfbacken wie „Dragan und Alder“ mit ihren derben Lieblingsvokabeln, Plattenbau-Tratschen wie „Peggy und Sandy“ oder Umwelt-Freaks wie „No Pressure“ ja bereits.

Als Vorbild taugen die verbalen Dreschflegel, die Ande Werner und Lars Niedereichholz alias Mundstuhl auf die Bühne bringen, nicht, aber als leicht verzerrte Abbilder kultivierten Chaotentums wie die Faust aufs Auge. Ihre Figuren sind wie Bungeespringer ohne Seil, ihre Gags die herrlichsten Abstürze in moralfreie Prolo-Gruben und damit Realsatire in der realsten Form.

„Sonderschüler“ heißt das Programm, mit dem sich die Echopreisträger, die es auf über eine Million verkaufte CDs bringen, am Freitagabend in der Kulturhalle Niedervellmar präsentierten. Resonanz: ausverkauftes Haus und Lachen bis zum Abwinken. Als Einstieg Zoten wie „80 Prozent der Frauen halten ihren Arsch für zu fett, aber 20 Prozent würden ihn wieder heiraten“. Gefolgt von den „Ossi-Dämlichkeiten Peggy und Sandy“, gehüllt in Kittel und Perücke. Sprüche wie gehabt - alles wie gehabt. Das Publikum raste vor Vergnügen.

Mit Schule hatte das nur am Rande zu tun, aber wen störte das? Videoeinspielungen aus einem Supermarkt, die Prolo-Backen Dragan und Alder, die verklemmten Ökomusiker „No Pressure“ - so sieht Mundstuhl-Unterhaltung aus, und so hatte sich das Publikum die auch vorgestellt.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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