So lässig kann Blues klingen: Keb’ Mo’ und Band im Kasseler Kulturzelt

Boten ein entspanntes Konzert im Kulturzelt: Bassist Stanley Sargeant (links) mit Sänger und Gitarrist Keb‘ Mo‘. Foto: Fischer

Kassel. Locker und lässig schlendert er auf die Bühne, winkt kurz ins Publikum und legt dann gleich los. Blues, Jazz, Soul und R’n’B sind das Metier von Kevin Moore alias Keb’ Mo’. Drei seiner Alben wurden bislang mit Grammys der Kategorie „Best Contemporary Blues Album“ ausgezeichnet.

Dennoch gehört der 64-Jährige nicht zu der Sorte Blues-Musiker, bei denen das Leid in eine leidende Stimmung gepackt wird und die Zerrissenheit über schlimme Lebensumstände zerknirscht klingt. Seine Stücke haben eher etwas Lässiges, fast Fröhliches, eine positive Grundstimmung.

Bestens gefüllt war am Freitag das Konzert des in Los Angeles geborenen Künstlers im Kulturzelt. Mit einem Blues, der so herrlich handgemacht klingt, bei dem die Saiten seiner Gitarre sehr puristisch, aber überaus ausdrucksstark zum Einsatz kommen, eröffnet er den Abend. Zwischen akustischer und E-Gitarre wird er nun beständig pendeln und beide nur so weit zum Klingen bringen, wie es nötig ist, um diesen coolen Sound zu kreieren. Keb‘ Mo’s Gitarrenspiel ist frei von Schaumschlägerei. Er spielt aus dem Bauch heraus und ist technisch grandios.

Nach jedem Stück, nach jedem Solo bedankt sich das Auditorium mit Applaus. Der gilt auch seinen Bühnenkollegen – Casey Wasner (Schlagzeug), Michael B. Hicks (Keyboard) und Stanley Sargeant (Bass). Wasner und Hicks zeichnen sich später auch als Sänger aus.

Die Blues-Größe aus der Wahlheimat Nashville hat mehr zu bieten als nur den Blues. Zum Beispiel wunderschöne melodische Nummern, die angenehm in die Ohren gleiten wie „Loola Loo“, Balladen, in denen er vom einsamen „City Boy“ singt und dabei berührt, ohne sentimental zu klingen. Auch das Stück „Live Is Beautiful“ hat eine ansteckend positive Aura.

Trefflich kommen diese Stücke auch deswegen, weil Keb’ Mo’ nicht nur rau und kraftvoll singen kann, sondern auch ganz samtig, zärtlich und weich. Er besitzt eine sehr vielseitige Gesangsstimme. Dreckig und rau bei den Abgehnummern, warm und geschmeidig bei den ruhigen Nummern, von denen es eine ganz Menge gab. Zum Schluss gab’s Riesenapplaus und eine Zugabe.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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