Sheryl Crows abgeklärtes Album „100 Miles From Memphis“

Lässige Leichtigkeit

Hundert Meilen von Memphis entfernt ist Sheryl Crow geboren, in einer Region, die ohne Musik nicht vorstellbar ist. Sheryl Crow erweist mit „100 Miles From Memphis“ der alten Heimat ihre Referenz.

Sheryl Crow tauchte 1994 mit der Single „All I Wanna Do“ am Popfirmament auf. Damals schon stellte sie eine eher seltene Spezies Popstar dar: Gut aussehend und sexy in der Vermarktung, aber auch mit Musikstudium in der Tasche, der Fähigkeit Songs zu schreiben und einen Haufen Instrumente selbst zu spielen. Bis heute steht Crow für „Just Good Ol’ Music“, wie der Zigarren rauchende Grandpa auf der Südstaatenveranda es nennen würde.

Der Sound von „100 Miles From Memphis“ zitiert rhythmische Groove-Gitarren, lässt Soulbläser zum Schwof blasen und versucht eine lässige Leichtigkeit zu erzeugen. Ein Otis-Redding-artiger Soul-stampfer („Our Love Is Fading“), der Reggae-Beat von „Eye To Eye“ mit äußerst feinen Rhythmusgitarren (unter anderem von Keith Richards), „Sign Your Name“, eine Coverversion von Terence Trent D’Arby - alles klingt sehr clever und aufgeräumt, aber eben auch ein bisschen abgehangen. Spaß macht die Single „Summer Day“, ein Lied übers Grillen und Abhängen mit Freunden im Freien. Wirklich bewegend sind die Balladen „Stop“ und „Sideways“.

Die 48-Jährige hat zuletzt viel erlebt: die Beziehung zu Radprofi Lance Armstrong, eine Brustkrebs-OP und die Adoption ihres Sohnes. Ihre letzten vier Alben belegten sämtlich Platz zwei der US-Charts - von einem Comeback zu sprechen, verbietet sich. Sheryl Crow ist einfach eine Vollblutmusikerin, die ihr Ding macht. Auf ziemlich hohem Niveau. (tx)

Sheryl Crow: 100 Miles From Memphis (A&M/Universal), Wertung: !!!::

Von Eric Leimann

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