Amy Macdonald, Gentleman und Unheilig: Die Campus Invasion lockte am Samstag tausende Zuschauer nach Göttingen

Campus Invasion: MTV lässt das Jahnstadion brodeln

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Kämpfte gegen ein müdes Publikum: Sängerin Amy Macdonald.

Göttingen. Wortlos hält der Reggae-Musiker Gentleman ein Stück weißes Papier hoch: 2:1 ist darauf zu lesen. Die Menge verstummt. Doch Deutschlands Rückstand im WM-Spiel um Patz drei kann am Samstag nur für kurze Zeit die Stimmung drücken.

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Tausende Musikfans sind aus einem anderen Grund hier: MTV ist nach 2003 zum zweiten Mal mit der Campus Invasion zu Gast in der Unistadt Göttingen, mit dabei diesmal die Bands Frida Gold, Bonaparte, Jennifer Rostock, Madsen, Airbourne, Unheilig, Gentleman und Amy Macdonald.

Während die noch relativ unbekannte Pop-Band Frida Gold und die von Punk-Klängen beeinflusste Berliner Band Bonaparte bei ihren Auftritten nicht nur mit gleißender Sonne und Temperaturen bis zu 38 Grad zu kämpfen haben, sondern noch vor einem relativ leeren Jahnstadion spielen müssen, kann sich Jennifer Rostock, die stimmlich und instrumental überzeugt, über ein wachsendes Publikum freuen.

Bilder des Events

MTV Campus Invasion Göttingen

Spätestens aber als die ersten Gitarrenklänge der Band Madsen erklingen, ist die schlichte 14-mal-zehn-Meter-Bühne nicht mehr nur Nebenschauplatz. Und obwohl nicht immer ganz deutlich ist, ob die ausgestreckten Arme des Publikums ein Zeichen des Wohlwollens gegenüber Sänger Sebastian Madsen sind, oder ob die Zuschauer nach dem Wasserstrahl verlangen, der regelmäßig auf die schwitzende Menge gerichtet wird: Als die Göttinger eine Strophe von „Du schreibst Geschichte“ übernehmen, ist klar, dass Madsen die Menge geknackt hat.

Machte die müde Menge wach: Musiker Gentleman.

Hard-Rock der alten Schule ist das, was dann auf der Bühne passiert: Die australische Band Airbourne lässt die Temperatur im Stadion noch einmal ansteigen und präsentiert ihr neues Album „No Guts. No Glory“: Bereits die ersten Worte des Sängers Joel O’Keeffe „MTV Campus Invasion, yeah“ sind purer Rock ’n’ Roll und können es mit der Röhre von ACDCs Angus Young locker aufnehmen. Stimmungswechsel mit dem Auftritt der deutschen Band Unheilig: Weiße Kerzen und ein Schiffswrack auf der Bühne, der Sänger in einem schwarzen Gehrock. Schon die ersten Bässe lassen die Erde im Stadion vibrieren, sphärische Klänge zum Sonnenuntergang.

Als im Anschluss Gentlemans Reggae-Rhythmen erklingen, behält kaum noch ein Zuschauer Platz auf den Decken. Die entspannte Musik lässt die von der Hitze erschöpften Körper wieder munter werden. Als der Musiker sein letztes Lied „Freedom“ anstimmt, leuchten Feuerzeuge.

Gegen 22.30 Uhr dann betritt die schottische Sängerin Amy Macdonald als finale Künstlerin die Bühne: Mit ihrer klaren, kräftigen Stimme präsentiert sie ihre Lieder einem Publikum, dass offensichtlich bereits einen langen Tag hinter sich hat.

„You guys are so quiet“ (Ihr seid so ruhig), bemerkt die Sängerin, der es trotz eines tollen Auftritts nicht gelingen mag, die Stimmung noch einmal richtig anzuheizen.

Was nach diesem musikalisch vielfältigen Tag bleibt, ist die Erkenntnis: Wer den Weg ins Jahnstadion wagte, hat die richtige Entscheidung getroffen. Deutschland hat sein Spiel auch allein gewonnen.

Von Belinda Helm

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