Landei in Berlin: Die amüsante Kino-Komödie „Großstadtklein“

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Große Liebe auf dem Hausdach: Jacob Matschenz als Ole und Jytte-Merle Böhrnsen als Fritzi in „Großstadtklein“.

Die Differenzen zwischen urbanen und ländlichen Lebenswelten sind ein beliebter Komödienstoff, auf den auch Tobias Wiemann sein Regiedebüt „Großstadtklein“ aufbaut.

Ole (Jacob Matschenz) ist in der hintersten Ecke Mecklenburg-Vorpommerns aufgewachsen. Wenn er mit seinen Freunden Ronny (Kostja Ullmann) und Marcel (Pit Bukowski) auf der „Schwalbe“ durch den weiten, sandigen Kiefernwald um die Wette rast, hat das Wochenende seinen kulturellen Höhepunkt erreicht.

Der bettlägerige Opa Karl kann das nicht länger mit ansehen und schickt den Enkel zu einem Praktikum nach Berlin, damit der Junge was von der Welt sieht, aber auch, weil dort Oles Cousin Rokko (Klaas Heufer-Umlauf) wohnt, dessen Vater sich mit dem Rest der Familie verkracht hat.

Der coole Berliner ist alles andere als begeistert von der Einquartierung des unbedarften Landeis. Wohingegen Ole sehr angetan ist von Rokkos alter Schulfreundin Fritzi (Jytte-Merle Böhrnsen), die am ersten Abend nackt vor ihm steht und ihn alsbald auf der Rückbank eines aufgeknackten Autos vernaschen will.

Das Chaos wird durch familiäre Grabenkriege angereichert, in die Ole hineingezogen wird, bis sich Liebes- und Sippenkonflikte in einem finalen Gewitter entladen.

„Großstadtklein“ wurde von Til Schweiger produziert und trägt deutlich die Handschrift der flott erzählten und konventionell heruntergekurbelten Mainstreamkomödien, mit denen Schweiger sein Millionenpublikum füttert. Allzu viel Tiefgang darf man also nicht erwarten. Auch wenn hier die innerfamiliäre Gruppendynamik kräftig angeheizt und Beziehungskrisen heraufbeschworen werden, bleibt die Komödiendramaturgie überschaubar. Ein überraschend professionelles, aber auch recht konventionelles Regiedebüt, in dem sich die Figuren kaum aus ihren funktionalen Zuschreibungen herausbewegen.

Genre: Komödie

Altersfreigabe: ab 6

Wertung:drei von fünf Sternen

Von Martin Schwickert

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