Landschaften für jede Jahreszeit: Ausstellung in der Galerie Puri

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Ihre Vorlage sind Fotos, sie experimentiert mit Malerei und Zeichnung: Stefanie Ramsels „Kassel II“. Fotos: von Busse

Kassel. Nein, Schneeberge sind nicht bunt. Von Natur aus sind sie schwarz-weiß, schwarz die Felsen, weiß der Schnee. Aber dieses Weiß hat so viele Schattierungen, wie es Farben gibt. Das große Weiß, angeschmuddelt, gebrochen, verschlammt, erdvermischt, lebend, zieht sich über alles hinweg.

Über den Bergmassiven hängt der Frostduft, und man scheint die Kälte zu spüren, die Kühle und die Stille.

Immer im Winter, sagt der Maler Folkert Rasch, wenn es draußen kalt ist, dann fahre ich in den Süden und male die Berge, im Sommer bin ich in Italien, und wenn es Herbst wird, dann suche ich die Weite der Meereslandschaften. Folkert Rasch, der 52-jährige Künstler aus Köln, der am Meer geboren wurde, muss ein glücklicher Mann sein, denn jede Jahreszeit hält für ihn ihre eigene Landschaft bereit.

„Von Nord nach Süd“ nennt Stephan Löber von der Galerie Puri seine neue Ausstellung und stellt dabei gleich drei Künstler vor. Einer von ihnen ist Folkert Rasch mit seinen schneebedeckten Bergmassiven, endlose Weite in endloser Höhe. Er malt sie meist in einer Mischtechnik auf einer Holzplatte, mit viel Spielraum für den Betrachter: Stimmungslandschaften, in die man eintauchen kann.

Auch der aus Ostfriesland kommende Hinrich JW Schüler hat sich der Landschaft verschrieben. Er malt den Norden mit seiner unendlichen Weite und fast schmerzhaften Klarheit auf Jutestoff. Jute lässt sich schwer bearbeiten, fordert ihn als Maler heraus, und erinnert ihn an seine Kindheit. Heute sucht er seine inneren Bilder nicht nur an der Küste, sondern auch in den USA, bringt großformatige Seelandschaften mit Wolken in zum Teil glühenden Farben auf den körnigen Jutestoff. Für ihn geht es, wie er sagt, um die „Präexistenz der Landschaft“, so als trete diese erst ein in die Realität.

Die Dritte im Bunde ist die junge 1982 in Paderborn geborene Stefanie Ramsel. Sie hat Design studiert, und das lässt sich an ihren bunten Werken erahnen, die allesamt mit der Collage und Fotografie spielen, mit Malerei und Zeichnung experimentieren. Ramsels Stadtlandschaften sind vielschichtige Geschichten, die vom urbanen Leben erzählen und den Menschen darin.

Als Vorlage dienen ihr eigene Bilder, sie bringt sie von ihren Reisen mit, verwandelt sie durch Übermalen und Überzeichnen. Ihr Bild von New York mit dieser ganz zurückgenommenen Skyline und dem Graffiti-Massiv im Vordergrund ist wohl eines der gelungensten.

Bis 9.8., Galerie Puri, Rolandstr. 3, Mo - Fr 9-18 Uhr, Sa 10 - 14 Uhr, 1. So. im Monat 13 - 17 Uhr und n. V., www.galerie-puri.de

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