Interview: US-Sängerin Lana del Rey über ihren fulminanten Aufstieg

„Lang ging es nicht voran“

Bei Lana del Rey sind sich alle einige: Die US-Sängerin wird in diesem Jahr der erste große neue Popstar. Ihre wunderschön traurige Single „Video Games“ war schon ein Hit. Heute erscheint ihr Album „Born To Die“. Wir sprachen mit der 25-Jährigen.

Lana, es heißt, Sie haben sich zu dem Vornamen von der glamourösen Schauspielerin Lana Turner inspirieren lassen.

Lana Del Rey: Nein, das stimmt nicht. Im Internet steht viel Quatsch über mich. Ich kenne gar keine Filme, in denen sie mitgespielt hat. Es ist auch nicht richtig, dass mich das Ford-Modell „Del Rey“ zu meinem neuen Nachnamen bewogen hat - obschon das ein wirklich herrlicher Wagen ist. Nein, ich mag einfach nur den Namen gern. Er passt zu meiner Musik. Lana del Rey, das klingt nach geheimnisvollem, etwas morbidem Glamour.

Ihre nächste Single wird der Titelsong sein, „Born To Die“, also „Geboren, um zu sterben“. Was fasziniert Sie am Tod?

Del Rey: Gar nichts. Ich fand einfach den Song so schön, dass ich das ganze Album so nennen wollte. Die Botschaft des Liedes ist die, dass wir alle unweigerlich sterben werden, nicht wissen, wann es passiert und Erleichterung finden werden, sollte uns der Tod in den Armen unseres Liebsten ereilen.

Ach je, wie romantisch.

Del Rey: Wäre ich keine Romantikerin, dann könnte ich nicht leben und nicht glücklich sein. Ich will die Welt nicht alleine beschreiten. Ich bin nicht dafür geboren, niemals einen Partner zu finden.

„Video Games“ handelt von Ihrem Exfreund, oder?

Del Rey: Ja. Als ich „Video Games“ schrieb, passierte nicht viel in meinem Leben. Ich sang schon lange, und es ging nicht voran. Ich gammelte ohne Ehrgeiz so herum. Mein Freund auch. Ich habe die Beziehung genossen. Die Dinge waren einfach und schön, bloß auf Dauer fehlte jegliche Perspektive. Er spielte abends seine Videospiele, und ich klimperte auf der Gitarre. Ich hatte in ihm jemanden gefunden, der sich ebenfalls wie ein Außenseiter fühlt.

Sie kamen mit 14 aufs Internat. Hat Ihnen das gefallen?

Del Rey: Nein, es war hart und anstrengend. Ich wollte schon als Kind selbst entscheiden, was ich mache. Im Internat war das nicht möglich, dort haben andere über meine Zeit und mein Leben bestimmt.

Haben Sie studiert?

Del Rey: Nicht an der Uni. Ich habe neben meiner Arbeit als Sängerin in Kneipen und Bars und neben dem Songschreiben meine persönlichen Studien betrieben. Philosophie, der Fortschritt der Wissenschaft und die Geschichte des Rock’n’Roll. Ich war total in meiner eigenen, bunten und wilden Schule, an der man lernen durfte, was man wollte.

Sie waren jahrelang erfolglos. Plötzlich sind Sie der neue Superstar. Wie kommen Sie mit der ganzen Aufregung zurecht?

Del Rey: Ich kann noch nicht sagen, was der Erfolg mit mir anstellen wird. Ich möchte mich vom Ruhm nicht beirren lassen und ich weiß, dass die Menschen, die mir wichtig sind, dieselben bleiben werden. Ich will kein öffentliches Leben, keine Zur-Schau-Stellung. Für Skandalgeschichten bin ich nicht die richtige Frau.

„Born To Die“ ist bei Universal erschienen.

Von Steffen Rüth

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