Auftritt der Söhne Mannheims in Kassel

Der lange Schatten von Xavier

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Zwölf Musiker tummelten sich auf der Bühne: Die Söhne Mannheims lieferten in der Kasseler Stadthalle eine gute Show.

Kassel. Vor nicht ganz ausverkauftem Saal traten am Freitagabend die Söhne Mannheims in der Kasseler Stadthalle auf und lieferten eine gute Show ab. Dennoch fehlte etwas: Xavier Naidoo.

Kassel. Kaum zu glauben, aber wahr. Das Multikulti-Popkonglomerat Söhne Mannheims gibt es schon seit fast 20 Jahren. Dementsprechend bunt gemischt tummelte sich Freitagabend ein sittsames Publikum vor der Bühne in der nicht ganz ausverkauften Kasseler Stadthalle und huldigte den zwölf Musikern und ihrem umfangreichen Songmaterial Respekt. Doch auch an diesem Abend wurde deutlich, dass man mit dem langen Schatten des ehemaligen Bandmitglieds Xavier Naidoo zu kämpfen hat.

Die Sänger, Rapper und Instrumentalisten um Frontmann Henning Wehland sind alles hervorragende Musiker. Das Programm saß, der Sound passte. Soli, Intonation, Groove - alles perfekt verortet. Die Identifikation mit einem Repertoire, das von der Schmuseballade über Pop, Soul und HipHop bis zum rockigen Crossover alles bietet, was der Kleiderschrank hergibt, fällt jedoch schwer.

Nähe zu Naidoo

Für die Rap-Community ist das zu flau, Fans von harten Gitarrensounds finden das zu lahm und die anderen Stilistiken präsentieren internationale Künstler auf einem emotional intensiveren Niveau. Was bleibt, ist das, was die Band daraus macht. Und da fehlt ein Xaver Naidoo an allen Ecken. Er hat diese Musik in Deutschland populär gemacht und trotz heftiger Kritik kann man ihm eines nicht absprechen: Leidenschaft und Intensität.

Da können die Söhne auf der Bühne noch so rumkaspern und Gas geben, die besten Konzertmomente entstanden dann, wenn man die Nähe zu Naidoo spürte. „Das hat die Welt noch nicht gesehen“ gehörte zu den Höhepunkten des Abends, „Und wenn ein Lied“ wurde mit Klavierbegleitung fast allein vom Publikum gesungen.

Die Sitzplätze auf der Empore in der Stadthalle waren alle belegt. Ein Indiz dafür, dass man eine brodelnde Partystimmung mit Bouncing und Tanzen gar nicht erst erwartete. Vielleicht hätte eine andere Location nur mit Stehplätzen atmosphärisch mehr hergegeben. Doch auch so gab es noch genügend Applaus für eine Formation, die sich redlich Mühe gibt und ihren Fans eine gute Show lieferte. 

Von Andreas Köthe

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