Das Trio „We Three“ im Schlachthof: perfekt austariert, aber nicht gerade mitreißend

Ein langer, ruhiger Fluss

Kassel. Wenn es zutrifft, dass das Leben ein langer, ruhiger Fluss ist, dann gilt das allemal für das Spiel des Jazztrios „We Three“. Der Fluss fließt breit dahin, mal schneller, mal langsamer, schwillt mal an, mal ab. Keine wilden Strudel, keine Tiefen und Untiefen. Der Fluss macht keinen richtig nass!

Am ungewöhnlichsten ist noch die Besetzung dieser Formation, die immerhin ohne Bassist auskommt: Und mit Michael Arlt (Jazzgitarre), Dan Kostelnik (Hammondorgel) und Scott Neumann (Schlagzeug) sind drei Musiker am Set, die auf lange Jahre im internationalen Jazzgeschehen zurückblicken und mit vielen der ganz Großen zusammengearbeitet haben.

Arlt und Kostelnik gründeten „We Three“ vor 14 Jahren. Seit sieben Jahren ist Neumann dabei. Arlt betont den langen, gemeinsamen Weg nicht ohne Stolz. Sie kennen einander bestens, sind perfekt aufeinander eingespielt, die Arrangements funktionieren, die Soli sind austariert. Bezugspunkt ist der Modern Jazz der Fünfziger und Sechzigerjahre, fraglos eine der inspirierendsten Perioden der Jazzgeschichte.

Das Trio hat sich darin bequem eingerichtet, wirkt abgeklärt. Es fehlen Emotionen, Aufregung, Spannung, überraschende Momente, die aufhorchen lassen. Das Publikum wird von diesem Fluss nicht gerade mitgerissen. Eher fortgespült. Am Ende des Konzerts sind nur noch wenige Zuhörer da.

Von Andreas Gebhardt

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