Langeweile im Spielzeugland: „Transformers 3“

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Mit dem ist nicht gut Kirschen essen: Eine böse Maschine aus Michael Bays 400 Millionen Dollar teurem „Transformers 3“.

Das US-Verteidigungsministerium hat jüngst einen Wettbewerb ausgeschrieben: Im Pentagon werden Ideen gesucht für das „100 Year Spaceship“. In 100 Jahren sollen die Menschen zu fremden Welten aufbrechen. Eine schöne Vorstellung, die hoffentlich nicht in einem Albtraum endet wie „Transformers 3“.

Michael Bay zeigt in seiner mit 157 Minuten überlangen Materialschlacht die Hintergründe der Mondlandung von 1969. Die Eroberung des Weltalls hat den Menschen nur Scherereien gebracht - und eine neue Heerschar noch fieserer Decepticons - Maschinen, die sich anschicken, die Erde zu zerstören. Mit großem Tamtam und in 3D.

Das Wichtigste zuerst: Megan Fox ist nicht mehr dabei. Sie hatte Michael Bay in einem Interview mit Hitler verglichen. Den sexy Part übernimmt nun Rosie Huntington-Whiteley, die vor allem Model ist und gut posieren kann.

Menschen spielen auch mit - aber nur am Rand: Bruce Brazos (John Malkovich, links) und Sam Witwicky (Shia LaBeouf).

Das muss sie bei Bay auch, bei dem jede Szene mit der Blondine eine Männerfantasie ist. Die erste Einstellung der Neuen zeigt ihren Hintern. Sam Witwicky (Shia LaBeouf) will seinen Kaffee ans Bett gebracht haben. Das macht seine neue Flamme Carly gern.

„Transformers“ ist ein Film für echte Kerle. Und die bekommen neben den Kurven vor allem eine monströse Materialschlacht geboten, ein Effektgewitter, in dem nicht nur Chicago, sondern auch Seh- und Hörsinn des Publikums platt gewalzt werden.

1969 haben Neil Armstrong und Buzz Aldrin bei ihrer Mondlandung eine geheime Mission erfüllt. Auf der dunklen Seite des Trabanten ist ein Raumschiff vom Planeten Cybertron abgestürzt, das von den Nasa-Astronauten untersucht wird.

Das Schiff, die „Arche“, enthält eine geheime Superwaffe der Autobots, die den Krieg mit den Decepticons einst hätte entscheiden können. In der Jetztzeit wird sie für die Restroboter auf der Erde wieder interessant. Während die Autobots um Optimus Prime geheime US-Militärmissionen erfüllen, planen die bösen Decepticons im Wüstenversteck Anschläge und ermorden Wissenschaftler. Die guten Autobots reaktivieren daraufhin ihren alten Chef, der nun allerdings die Menschheit versklaven will.

Der Einzige, der das mitbekommt, ist Sam Witwicky, der wie alle anderen Menschen (John Malkovich, Josh Duhamel, John Turturro, Frances McDormand) eine eher nebensächliche Rolle im Film spielt. Sam warnt die Regierung, aber ihm wird nicht geglaubt.

So kommt es am Ende zum 45 Minuten langen Showdown. Da ist der Zuschauer trotz technisch raffinierter Raumeffekte und makelloser Choreografien längst ermüdet. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass Michael Bay seine eigene Gigantomanie noch einmal gesteigert hat. Angeblich durfte der Regisseur für „Transformers 3“ satte 400 Millionen Dollar ausgeben. Das wären 2,5 Millionen pro Filmminute - Abspann mit eingerechnet. (tx)

Genre: Action

Altersfreigabe: ab 12

Wertung: zwei von fünf Sternen

Von Andreas Fischer

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