Die Tournee „Bluegrass Jamboree!“ hatte in der Kasseler Kreuzkirche ein umjubeltes Finale

Langsam das Gras wachsen hören

Carl Jones

KASSEL. Von Stadt zu Stadt hieß es für die drei Bands bei der Tournee „Bluegrass Jamboree!“. 15 Auftritte in täglicher Folge, etwa in München, Berlin und Hamburg, waren vor dem Endspurt angesagt. Der ging in der Kasseler Kreuzkirche, einer prima Adresse für Weltmusik, über die Bühne.

Bluegrass? Das ist die gern als Blues des weißen Mannes apostrophierte amerikanische Volksmusik, deren Name von einer botanischen Gegebenheit in Kentucky herrührt:

Aufgrund des nährstoffreichen Bodens gibt es dort ein Wiesen-Rispengras mit blaugrünen Blättern. Fast das Gras wachsen hörte man beim Auftakt des dreistündigen Konzerts. Das Duo Beverly Smith und Carl Jones war nämlich nur dezent verstärkt, was ihren Old-Time-Country-Stil kammermusikalisch fein geraten ließ. Inklusive die Jodel-Jauchzer im Song „Happy On The Mississippi Shore“.

Es wurde zunehmend lauter. Die britische Gruppe The Toy Hearts mit Stewart Johnson (Banjo, Resonatorgitarre Dobro) und dessen Töchtern Hannah (Mandoline, Leadgesang) und Sophia (Gitarre, Gesang) mixten Bluegrass mit anderen Genres wie Rockabilly oder dem Gipsy Jazz von Django Reinhardt. Das war kreativ und virtuos gespielt, aber in der Leadstimme mehr säuselnd als kernig leuchtend.

Als Knaller erwiesen sich die Steep Canyon Rangers aus Asheville in North Carolina. Da gab’s eine lässige Perfektion mit schnell wechselnden solistischen Glanzlichtern - famos der Fiddler Nicky Sanders -, die virile Stimme des Gitarristen Woody Platt und geschmeidige Vokalharmonien.

Zum Ausklang standen alle drei Bands mit dem Mandoline spielenden Tourneeveranstalter Rainer Zellner auf dem Podium - bis zur allerletzten Zugabe „Can the Circle Be Unbroken?“. Die 150 Konzertbesucher sparten nicht mit Ovationen. Foto:  nh

Von Georg Pepl

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